San Francisco. (bau) Die Apple-Developer-Konferenz WWDC ist für Fans der Geräte mit dem Apfel stets ein Hochamt. Diesmal hat Apple neben diversen kleineren Neuerungen rund um das neue Betriebssystem iOS 9 zwei Botschaften von möglicherweise großer Bedeutung für die Verlags- und Musikbranche parat. Apple wird ins Musikstreaming-Business einsteigen und mit Apple News einen personalisierten News-Dienst in Kooperation mit den größten amerikanischen Printverlagen starten.

Der Streamingdienst Apple Music wiederum kann als Frontalangriff auf Streamingdienst wie Spotify, Deezer oder Napster verstanden werden. Schicker, aufgeräumter und - interessanterweise - auch billiger als die Konkurrenz will man Musik zum Pauschalpreis unters Volk bringen. Mit dem Angebot wird das Unternehmen in hundert Ländern starten. Für knapp zehn Dollar (9 Euro) im Monat bekommen die Kunden unbegrenzten Zugriff auf 30 Millionen Songs. Ähnliche Preise verlangen auch Spotify und Co.

Das wird zu einem gewissen Grad auch den eigenen iTunes-Store kannibalisieren, bei dem man die Titel nicht streamt, sondern herunterlädt und damit erwirbt. Wenn schon Kannibalisierung passiert, dann wenigstens durch einen eigenen Dienst, sagt man sich offenbar in Cupertino.

Mit Apple News will man ebenfalls in Kooperation mit den Content-Lieferanten einen personalisierten News-Dienst schaffen. Algorithmen raten aus den bisherigen Zugriffen, was einen interessieren könnte. Die App wählt aus Nachrichten aus, die von 20 großen US-Verlagen wie "New York Times", "Time", CNN, Bloomberg oder der Condé-Nast-Gruppe ("Vogue", "Wired") stammen. Das freilich kostet - und Apple verteilt die Gebühren. Das Angebot ist vorerst nur für den englischsprachigen Markt zugeschnitten. Mit einer Ausweitung auch nach Europa ist zu rechnen.