• vom 21.08.2015, 14:32 Uhr

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Update: 21.08.2015, 14:59 Uhr

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"Ein möblierter Roman": Karasek rezensiert Ikea-Katalog




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  • Literaturkritiker bespricht in Videoclip "das meistverbreitete Buch der Welt".

Das Einrichtungshaus Ikea beweist wieder einmal Humor und unterzieht seinen Katalog einer Literaturkritik. - © IKEA.CH

Das Einrichtungshaus Ikea beweist wieder einmal Humor und unterzieht seinen Katalog einer Literaturkritik. © IKEA.CH

"Es ist ein möblierter Roman", befindet der Literaturkritiker in seiner Rezension. "Ein Buch, in dem wir uns wohlfühlen sollen, weil es uns in eine gute Stimmung versetzen will." Die Rede ist vom Ikea-Katalog 2016. Im Auftrag des schwedischen Möbelhauses rezensierte er das Druckwerk in einem knapp fünfminütigen Video, das nun online gestellt wurde.

"Karasek hatte sich bei seiner Rezension an keinerlei inhaltliche Vorgaben zu halten", versichert der Konzern, dessen erster Katalog 1951 verschickt wurde. Heute sei der Ikea-Katalog "das auflagenstärkste Druckerzeugnis der Gegenwart - noch vor der Bibel", heißt es. - "Eigentlich ist es ein Skandal, dass das meistverbreitete Buch der Welt mit einer Auflage von sage und schreibe fast 220 Millionen Exemplaren bisher nie rezensiert wurde", beginnt der im gemütlichen Fauteuil sitzende Kritiker seine Videorezension und kommt schmunzelnd zur Sache: "Man könnte dem Ikea-Buch vorwerfen, dass es mehr Bilder als Personen hat. Die Personen müssen sich zwischen die Möbel drängen, sie kommen selten zu Wort, sie reden kaum zusammenhängend - und trotzdem hat das Buch einen solchen Erfolg."


Wirklich begeistert zeigt sich das Mitglied der einstigen ZDF-Sendung "Das Literarische Quartett" nicht: "Ich muss gestehen, ich liebe Bücher nicht so sehr, die sich altmodisch-aufdringlich mit einem Du an den Leser wenden", so Karasek. "Was fehlte dem Buch, wenn es ein schöngeistiger Roman wäre? Die Antwort muss heißen: Alles. Aber es wäre genauso ungerecht, als wenn man ein Buch der Postleitzahlen nach fehlenden Personen absuchen würde."


Video auf YouTube





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2015-08-21 14:33:05
Letzte Änderung am 2015-08-21 14:59:50



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