"Das schwarze Schaf": Pater Brown (Heinz Rühmann, l.) und seine Haushälterin (Lina Carstens). - © ZDF/SWR
"Das schwarze Schaf": Pater Brown (Heinz Rühmann, l.) und seine Haushälterin (Lina Carstens). - © ZDF/SWR

Hauptberuflich ist er eigentlich Pfarrer. Eine Arbeit, der er mit viel Hingabe und Empathie inmitten einer kleinen irischen Gemeinde nachgeht. Pater Brown hat jedoch auch ein Hobby - sehr zum Unmut seiner Vorgesetzten und der örtlichen Polizei: In seiner Freizeit versucht er sich nämlich als Hobbydetektiv. Durchaus erfolgreich. Als während des Gottesdienstes direkt vor seiner Kirche ein Mann umgebracht wird und die Polizei den Falschen verdächtigt, sieht Pater Brown es selbstverständlich als seine Aufgabe, den wahren Mörder ausfindig zu machen.

Im Jahr 1961 erhielt der legendäre Heinz Rühmann für die Rolle des Pater Brown im Spielfilm "Das schwarze Schaf" (Sa., 6.35 Uhr, alle 3sat) den Bundesfilmpreis als bester Darsteller.

Der Film selbst zählt heute zu den Klassikern deutscher Filmgeschichte und darf deshalb am 3sat-Thementag "Film ab: Deutschland" im Programm nicht fehlen. Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit zeigt der Kultursender ab dem frühen Morgen eine Auswahl an Filmen, die sowohl das Prädikat "wertvoll" als auch den Anspruch eines deutschen Klassikers erfüllen.

Dazu zählt auch der Nachfolgefilm der Pater-Brown-Reihe. In "Er kann’s nicht lassen" (Sa., 8.05 Uhr) schlüpft Rühmann erneut in die Rolle des vielbeschäftigten Pfarrers, der diesmal einen Kunstraub aufzuklären hat.

Danach folgen zwei Klassiker aus dem Jahr 1960: "Die Fastnachtsbeichte" (Sa., 9.35 Uhr) ist die Verfilmung einer Erzählung von Carl Zuckmayer, unter anderem mit einem noch sehr jungen Götz George in einer der Hauptrollen. In "Der letzte Fußgänger" (Sa., 11.15 Uhr) gibt es ein Wiedersehen mit einer weiteren Größe des deutschen Films: Heinz Erhardt porträtiert in der heiteren Komödie den Naturliebhaber Gottlieb Sänger, der als Archivar bei der Zeitschrift "Zeitblick" angestellt ist und sich gerade mit großer Vorfreude auf seinen alljährlichen Wanderurlaub vorbereitet. Ein Urlaub, der ihn durch seine gelungenen Schnappschüsse als der "letzter Fußgänger" bis auf die Titelseite des "Zeitblicks" bringen wird.

Doch nicht nur nette Komödien stehen am Programm. Willi Forsts "Die Sünderin" gilt als einer der größten Skandalfilme des deutschen Nachkriegskinos und erzählt von der Prostituierten Marina, die sich unsterblich in Maler Alexander verliebt. Kritisiert wurde einst die Verherrlichung von Prostitution und Nacktheit. Hildegard Knef ist in einer Szene nämlich völlig nackt zu sehen, was die Moralisten und Kirchenvertreter von damals als bewusste Provokation empfanden. Trotz allem wurde "Die Sünderin" (Sa., 16 Uhr) der erfolgreichste Film des Jahres.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Film "Zur Sache, Schätzchen" (Sa., 19 Uhr), mit einer noch sehr jungen Uschi Glas in der Hauptrolle. Er entstand inmitten der Aufbruchszeit des Neuen Deutschen Films und bringt den Zeitgeist und das Lebensgefühl der jungen Erwachsenen zum Ausdruck, die gegen vorgegebene gesellschaftliche Normen rebellierten und sich frei entfalten wollten.

Der Hauptabend ist sodann der Komödie "Rossini - Oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" vorbehalten, eine Star-besetzte Produktion, die zu den erfolgreichsten Filmen des Kinojahres 1997 zählt. Im Anschluss wird noch das preisgekröntes DDR-Drama "Barbara" (Sa., 22.05 Uhr) von Christian Petzold gezeigt, ehe der Thementag mit dem ebenfalls mehrfach ausgezeichneten Antikriegsfilm "Die Brücke" (Sa., 23.45 Uhr) ein Ende findet.

25 Jahre wiedervereintes Deutschland: ein Jubiläum, das an diesem Samstag auch auf anderen TV-Sendern bemerkbar ist. In Form von Dokumentationen und Berichten wird über das Jahrhundertereignis umfassend informiert (u. a.: "Endlich eins! - 25 Jahre Wiedervereinigung", Sa., 20.15 Uhr, Kabel1). Und selbst im ORF wird an diesem Wochenende auf deutsche Erfolgsproduktionen gesetzt. So feiert unter anderem "Kokowääh 2", die Fortsetzung des Comedy-Hits von Til Schweiger, am Samstagabend Premiere.

Heinz Erhardt, Uschi Glas, Gustav Fröhlich, Hildegard Knef oder Heinz Rühmann: Sie alle sorgten dafür, dass auch im geteilten Deutschland gelacht wurde und die Unterhaltung nicht zu kurz kam. Umso bedauerlicher, dass einige von ihnen die Wiedervereinigung nicht mehr miterlebten.