Mehr als 700 Journalisten weltweit sind von 2006 bis 2014 bei der Ausübung ihres Berufes getötet worden. Das geht aus einem Bericht hervor, den die UN-Kulturorganisation Unesco am Montag anlässlich des Internationalen Tags gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten veröffentlichte. 89 Prozent der getöteten Journalisten arbeiteten demnach für Printmedien, Radio- oder Fernsehstationen, sechs Prozent waren Online-Journalisten und fünf Prozent waren für mehrere Medien tätig.

"Durchschnittlich alle fünf Tage wird ein Journalist aufgrund seiner Arbeit umgebracht", erklärte Wolfgang Schulz von der deutschen Unesco-Kommission. Allein von Jänner bis September 2015 seien über 70 Journalisten weltweit bei der Ausübung ihres Berufes getötet worden. "Diese Straftaten müssen geahndet und die Täter zur Verantwortung gezogen werden", forderte Schulz.

Selbstzensur durch Angst


Denn Opfer dieser Verbrechen seien nicht nur die Journalisten selber, sondern die gesamte Gesellschaft, erklärte der Professor von der Universität Hamburg. Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten führe "allzu häufig zu einer angstgeleiteten Selbstzensur in der Berichterstattung und somit zu weniger verlässlichen Informationen für alle".

Allein in den Jahren 2013 und 2014 seien 178 Journalisten aufgrund ihrer Arbeit getötet worden, heißt es in dem Bericht weiter. 64 von ihnen befanden sich demnach in arabischen Ländern. 51 Journalisten wurden den Angaben zufolge in Lateinamerika und der Karibik umgebracht, 30 in Asien und der Pazifikregion, 23 in Afrika und zehn in Zentral- und Osteuropa. 2013 waren dem Unesco-Bericht zufolge nur acht Prozent der insgesamt 91 getöteten Journalisten Auslandskorrespondenten. 2014 stieg dieser Anteil schlagartig auf fast 20 Prozent von insgesamt 87 Fällen.