Wenn New York die Stadt ist, die niemals schläft, und Paris sich zweifelsfrei als Stadt der Liebe etabliert hat, dann müsste Salzburg folglich die Stadt der Kultur und Sehenswürdigkeiten sein.

Denn für eine Fläche von nur knapp 66 Quadratkilometer ist die Liste unverhältnismäßig lange: Mozarts Geburtshaus, die Festung, Hellbrunn, die Salzburger Festspiele inklusive "Jedermann", die Getreidegasse, das Schloss Mirabell samt Garten, der Christkindlmarkt in der Adventszeit oder der Dom sind nur einige Sehenswürdigkeiten, für die Salzburg in der ganzen Welt bekannt ist. Hinzu kommt noch das Land Salzburg, das mit seinem Alpenpanorama im Winter zum Skifahren und im Sommer zum Bergsteigen einlädt.

Touristen kommen deshalb das ganze Jahr über. Es gibt immer etwas zu sehen. Der rege Tourismus, der auf Grund der hohen Konzentration in so manchen Stadtteilen mitunter das tägliche Leben durchaus beeinträchtigen kann, wird von den Einheimischen allerdings akzeptiert. Man hat sich daran gewöhnt, die Stadt mit Fremden zu teilen.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass Salzburg ein souveränes Fürsterzbistum war. Erst 1816 wurde es Teil des Kaisertums Österreich. Eine historische Vertragsunterzeichnung, die kommende Woche ihr 200-jähriges Jubiläum feiert.

3sat nimmt dies zum Anlass, sich der Mozartstadt mit einem eigenen Thementag zu widmen. Die "Traumkulisse Salzburg" (So., ab 6 Uhr, 3sat) zeigt das Bundesland in all seinen Facetten und sendet 24 Stunden lang entsprechende Filme, Dokumentationen und Reportagen.

Schon am frühen Morgen gedenkt der Film "Zauberhaftes Salzburg - 200 Jahre bei Österreich" (So., 7 Uhr) des großen Jubiläums in Form einer Reise durch Salzburg Stadt und Land, begleitet von den Wiener Philharmonikern als musikalische Botschafter. Gleich im Anschluss zeigt Georg Riha mit seinem Film "Salzburg - Im Schatten der Felsen" (So., 7.25 Uhr) die Festspielstadt, wie sie noch nie zu sehen war. Mit einzigartigen Kameratechniken, hat er zum Beispiel die Arbeit der Bergputzer an den innerstädtischen Felswänden gefilmt, zeigt die Almwirtschaft am Kapuzinerberg oder gibt Einblicke in das unterirdische Wasserversorgungssystem.

Ebenfalls nicht fehlen darf an diesem Thementag eine Inszenierung des "Jedermann" (So., 9.35 Uhr). Gezeigt wird jene aus dem Jahr 2013, mit Cornelius Obonya in der Hauptrolle, Brigitte Hobmeier als Buhlschaft und Peter Lohmeyer als "Tod".

Der Spielfilm "Die Trapp-Familie" (So., 14 Uhr) aus dem Jahr 1956 führt am Nachmittag zurück in die Zeit des Nationalsozialismus, als der verwitwete Baron Trapp in der Novizin Maria nicht nur die geeignete Frau für seine fünf Kinder, sondern auch für sich selbst findet. Um der Wirtschaftskrise entgegenzuwirken, entscheiden sie sich, als singende Familie Geld zu verdienen. Die Familie Trapp wird bald zur Attraktion - bis sie die Nazis zur Flucht zwingen.

Der Abend widmet sich sodann der Bergwelt Salzburgs: "Untersberg - Sagenreiche Natur" (So., 18.45 Uhr) stellt den sogenannten "Hausberg" der Salzburger vor und "Hochkönig - Bergwelt zwischen Pinzgau und Pongau" (So., 19.30 Uhr), widmet sich dem knapp 3000 Meter hohen Berg und seinem einzigartigen Lebensraum.

Im Hauptabend bricht Hermann Maier, Skilegende und gebürtiger Flachauer, in "Die Hohen Tauern mit Hermann Maier" (So., 20.15 Uhr) zu einer "Universum"-Expedition der besonderen Art auf und zeigt seine Heimat als beeindruckende Region der Pioniere.

Ebenfalls sehenswert: Die Erstausstrahlung der Dokumentation "Salzburg - Gesamtkunstwerk im Herzen Europas" (So., 21.05 Uhr), in der Cornelius Obonya eine filmische Reise durch 200 Jahre Salzburg präsentiert, ehe der Thementag mit der Inszenierung von "Le nozze di Figaro" (So., 21.45 Uhr) aus der Festspielsaison 2006 einen Abschluss findet. Fazit: Es geht auch ohne "The Sound of Music". Es ist ein interessanter Thementag, bei dem es dem Sender gelungen ist, die wunderschöne Stadt an der Salzach überwiegend fernab von Klischees zu präsentieren.