Wien. "Ich mag diesen Ort sehr. Es gibt viel Schnee, das ist wunderschön", ließ Daniel Craig beim Filmdreh zum letzten James Bond über Tirol verlauten. Was sich aus solch warmen Worten in monetärer Hinsicht machen lässt, war das Thema der Konferenz, die jüngst unter dem Titel "Film und Tourismus" stattfand. Ausgerichtet wurde diese von der nationalen Filmkommission "Location Austria" gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium.

Die Frage, wie man Filmprojekte für ein Land oder eine Region touristisch verwerten kann, beginnt man in Österreich gerade erst zu stellen. In Großbritannien ist man da bereits weiter. Von dort erhoffte man sich praktische Erfahrungswerte. Einer der ersten, der hierzulande das Potenzial von Filmdrehorten für den Tourismus erkannten, so Arie Bohrer, Chef von Location Austria, sei Jack Falkner von den Bergbahnen Sölden gewesen. Dieser scheint selbst immer noch überrascht über den Aufwand eines James Bond Filmdrehs. Er berichtet, wie die Produktion für die Location am Gaislachkoglberg in Sölden gewonnen werden konnte.

Das zur Seilbahn gehörende Restaurant am Gipfel beeindruckte durch seine moderne Architektur. Es wurde im Film zu einer Klinik und die Gletscherstraße gleich noch für eine Verfolgungsjagd in Szene gesetzt. Ein bis zu 600-köpfiges Filmteam habe man während der Dreharbeiten zu "Spectre" beherbergt. Dabei, so schätzt Arie Bohrer von der Location Austria, seien etwa 200 Österreicher beschäftigt gewesen. Falkner erhofft sich eine Bekanntheits- und Imagesteigerung von Sölden. Gerade sei man dabei Marketingstrategien zu entwickeln, um die Marke James Bond entsprechend zu nützen. Mitten in den Vertragsverhandlungen könne er aber keine Details verraten. Wenig auskunftsfreudig ist Falkner auch, wenn es um die Frage des Geldes geht. Tirolwerbung und das Land Tirol seien involviert gewesen, aber über Vertragsinhalte werde nicht gesprochen. Nur so viel: "Natürlich gab es Leistung und Gegenleistung". Welche Leistung auch immer geflossen ist, sie hat sich laut Falkner gelohnt. Bereits diesen Winter seien mehr britische Touristen in Sölden gewesen, genau sei dies aber schwer zu sagen.

Umwegrentabilität nur bei positiver Darstellung


Hier liegt das Problem. Die Umwegrentabilität, also der wirtschaftliche Nutzen, den ein Filmdreh vor Ort hat, ist schwer zu messen. Geschaffene Jobs und von der Crew ausgebuchte Hotels sind kurzfristige Effekte. Wie aber ist der langfristige Nutzen durch Imagesteigerung und Werbeeffekte zu messen?