Dietrich Mateschitz sperrt Servus TV doch nicht zu. Was einige Beobachter von Haus aus als Taktik im Streit um betriebsrätliches Engagement im Haus gesehen haben, hat nun zu einem Kompromiss geführt. Das Medienunternehmen bleibt erhalten, ein Betriebsrat wird nur gewählt, wenn die Mehrheit der Bediensteten die wünscht.

Dies sei, so die Unternehmensleitung, nicht der Fall und "nicht überraschend für einen Betrieb, der für seine hohen sozialen Standards bekannt ist".

Gerald Forcher von der Gewerkschaft der Privatangestellten in Salzburg betonte, "dass sich die GPA-djp nie in die inneren Angelegenheiten bei Servus TV eingemischt hat." Die Entscheidung ob die Angestellten ihre innerbetrieblichen Mitwirkungsrechte wahrnehmen wollen, obliege ausschließlich ihnen selbst. Diesbezüglich werde man alle Entscheidungen akzeptieren.

Konflikt wird weitergehen

Dem streichelweichen Ton der Aussendung zum Trotz ist allerdings zu erwarten, dass der Konflikt weiterschwelt. Die von Mateschitz angeführte allgemeine Ablehnung eines Betriebsrates gründet sich laut dem GPA-Vorsitzenden Wolfgang Katzian ausschließlich auf eine Diskussion einiger Mitarbeiter per Mail.

Mit der Aussage, das Unternehmen wäre durch die Wahl eines Betriebsrats "nachhaltig beschädigt" worden, hat sich Mateschitz darüber hinaus auf die Position eines Unternehmers aus dem 19. Jahrhundert gestellt.