Er lebte und liebte "Jenseits von Afrika", spazierte als spießiger Anwalt "Barfuß durch den Park", half als "Pferdeflüsterer" einer jungen Scarlett Johansson zurück ins Leben, enthüllte als einer der "Unbestechlichen" die Watergate-Affäre und erhielt vermutlich mehr als "ein unmoralisches Angebot". Robert Redford zählt ohne Zweifel zu den ganz Großen in Hollywood - und das schon seit gut 50 Jahren. Gemeinsam mit Kollegen wie Dustin Hofmann, Robert DeNiro oder Jack Nicholson steht er für eine einzigartige Ära an Schauspielern, die die Filmgeschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt haben und gegen Ende der 1960er Jahre mitverantwortlich für eine Modernisierung des traditionellen Hollywood-Kinos waren.

Am kommenden Donnerstag wird der erfolgreiche Schauspieler, Regisseur und Produzent Robert Redford 80 Jahre alt. Der ORF und 3sat feiern den Geburtstag des Hollywoodstars und zeigen eine Auswahl seiner besten Filme.

Die Feierlichkeiten beginnen bereits am Samstagvormittag. Da zeigt der ORF das auf einer wahren Begebenheit basierende Liebesdrama "Jenseits von Afrika" (Sa., 9.55 Uhr, ORF2 und So., 20.15 Uhr, 3sat), in dem Redford als Geliebter von Meryl Streep gegen Konkurrent Klaus Maria Brandauer bestehen muss. Tags darauf steht sodann die ORF-Premiere von "All is Lost" (So., 20.15 Uhr, ORFeins) auf dem Programm, einem von Redfords aktuelleren Filmen, in dem er - trotz äußerst überschaubarem Sprechtext - eine beeindruckende Ein-Mann-Show auf hoher See abliefert. Ebenfalls im Programm: Die Gaunerkomödie "Der Clou" (Mi., 23.50 Uhr, ORF2), in der er eine seiner wohl legendärsten Rollen spielte und an der Seite von Paul Newman im Jahr 1973 seine erste Oscarnominierung erhielt.

Auch 3sat beteiligt sich an der Geburtstagsfeier und zeigt unter anderem die auf dem Broadway-Hit von Neil Simon basierende Komödie "Barfuß im Park" (So., 22.50 Uhr, 3sat), in der der Superstar an der Seite der unvergesslichen Jane Fonda brillierte. Im Nachtprogramm strahlt der Sender sodann Redfords zweite Regiearbeit, die Komödie "Milagro - Der Krieg im Bohnenfeld" (So., bzw. Mo., 0.30 Uhr, 3sat) aus, die auf dem gleichnamigen Roman von John Nichols basiert und als gelungene Mischung von leichter Unterhaltung mit tiefgründigem Unterton 1989 den Political Film Society Award für Demokratie gewonnen hat.

Den Abschluss der Robert-Redford-Woche bildet der Sydney Pollack-Dreierpack: Der Regisseur, mit dem Redford bereits bei "Jenseits von Afrika" zusammenarbeitete, war eine stete Konstante in der Karriere des Schauspielers. Sowohl in "Der elektrische Reiter" (Mi., 22.25 Uhr, 3sat) als auch in der Rolle des US-Pokerspielers Jack Weil im Spielfilm "Havanna" (Do., 22.25 Uhr, 3sat) und im Politthriller "Die drei Tage des Condors" (Fr., 22.10 Uhr, 3sat) arbeitete man zusammen.

So turbulent und abwechslungsreich sich Redfords Rollen und seine gesamte berufliche Laufbahn auch gestalten mögen - privat führte der Star ein vergleichsweise langweiliges Leben. Bis auf eine kurze Zeitspanne während seines Studiums, in der er dem Alkohol eine wohl zu überschwängliche Zuneigung entgegenbrachte, führte Redford stets ein sehr bürgerliches und gemäßigtes Leben. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf, war sportlich sehr begabt und erhielt nach dem Schulabschluss sogar ein Stipendium aufgrund seines Talents im Baseball - eine Tatsache, die ihm 1984 im Film "Der Unbeugsame", in dem er den Baseballspieler Roy Hobbs verkörpert, zugutekommen sollte. Seinen ersten Fernsehauftritt hatte er in der Fernsehserie "Maverick", kurz darauf folgte 1962 sein Leinwanddebüt in dem Kriegsfilm "Hinter feindlichen Linien".

Und obwohl der Erfolg am Theater ein konstanter Begleiter während seiner Anfangsjahre als Schauspieler war, gestaltete sich die erfolgreiche Filmkarriere schleppend. Viele Flops musste er in Kauf nehmen, ehe er 1967 in "Barfuß durch den Park" erstmals, und nicht nur aufgrund seiner Attraktivität, einem größeren Publikum aufgefallen ist. Seitdem sind fast 50 Jahre vergangen - das Publikum hat ihn jedoch dank seiner zahlreichen und teilweise grandiosen Darstellungen nie wieder vergessen.