"Downton Abbey" war von 2010 bis 2015 für den britischen Sender ITV ein großer Erfolg. Die Geschichte einer Adelsfamilie und deren Personal am Anfang des 20. Jahrhunderts, mitten in politischen Umbrüchen und persönlichen Schicksalen, ist ein historisches Drama höchster Güte und räumte reihenweise internationale Preise ab. Die finale sechste Staffel, die im deutschsprachigen Raum vorige Woche zu Ende ging, ist nun auf DVD erschienen. Die "Wiener Zeitung" sprach mit Kevin Doyle, der den Butler und Lehrer Joseph Molesley spielte.

"Wiener Zeitung:" Downton Abbey wurde im vergangenen Jahr nach sechs Staffeln eingestellt. Vermissen Sie die Serie?

Kevin Doyle:Ich vermisse die Menschen. Wenn man sechs Jahre zusammenarbeitet, lernt man sich sehr gut kennen und verbringt viel Zeit miteinander. Es fiel mir schwer, "Good Bye" zu sagen.

Welche Szenen dieser sehr aufwendigen Serie haben besonders prägende Eindrücke bei Ihnen hinterlassen?

Es fällt mir leichter zu sagen, welche Szenen ich nicht mochte, und zwar die Szenen beim Dinner. Für diese Szenen, die in der Serie vielleicht zwei oder drei Minuten dauern, waren wir alle den ganzen Tag in diesem engen Raum eingesperrt. Manchmal auch eineinhalb Tage. Je nachdem, wie viele Menschen am Tisch saßen, haben wir ein und dieselbe Szene bis zu 40 Mal gespielt, um von allen erdenklichen Positionen Bilder zu haben. Das war extrem fordernd. Die Kerzen brannten ständig runter und mussten ausgetauscht werden.

Ist das einem gewissen Perfektionismus zuzuschreiben? Oder liegt das in der Natur solcher Szenen.

Das liegt in er Natur der Sache. Wenn 15 bis 20 Menschen am Tisch sitzen und jeder davon etwas sagt, muss für jeden eine eigene Einstellung gemacht werden. Das ist extrem langwierig und heiß.

Wie stellt man bei einer historischen Serie sicher, dass keine Zeichen unseres Jahrhunderts zu sehen sind? Vergisst da nicht manchmal jemand seine Apple Watch?

(Lacht) Es gibt immer genug Leute, die kontrollieren, dass so etwas nicht passiert. Aber das Problem war vor allem bei den Außenszenen im Dorf akut. Wir drehten das in einem Dorf namens Brampton in Oxfordshire. Da musste relativ viel abmontiert werden: Schilder, Antennen, Kabel. Das war sehr aufwendig.