Wien/Göttingen. Die deutsche Verlagsgruppe Vandenhoeck & Ruprecht (V&R) übernimmt den Böhlau Verlag mit 1. Jänner 2017. Das gaben die beiden wissenschaftlichen Traditionsverlage am Montag bekannt. Als Grund für den Verkauf nannte Böhlau-Verlagschef Peter Rauch den Generationswechsel in seinem Haus. Bei V&R betonte man, dass "die Marke Böhlau auf jeden Fall erhalten bleibt".

Gefunden hat der Böhlau Verlag, dessen Anfänge auf die Weimarer Hofdruckerei von 1624 zurückgehen, diesen Partner im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht. Dieser ist im Kontext der Universitätsgründung in Göttingen 1735 entstanden und macht daher die "ungewöhnliche Erfahrung" als "Juniorpartner", wie V&R-Geschäftsführerin Carola Müller erklärte. Gemeinsames Ziel sei die Wahrung der Konzern-Unabhängigkeit gewesen.

Weiterentwicklung


Links
www.boehlau-verlag.com
www.v-r.de
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Für Rauch ist es "die Idee, dass der Böhlau Verlag in der bisherigen Konzeption weitergeführt und weiterentwickelt wird". Die Schwerpunkte würden sich gut ergänzen, "zusammen ergeben wir einen ganz stattlichen Verlag". Auch Müller betonte, dass sich die beiden Verlage im wissenschaftlichen Buchprogramm "hervorragend ergänzen". Die rund 30 Böhlau-Mitarbeiter an den drei Standorten Wien, Köln und Weimar würden "vorerst übernommen", erklärte Müller.

Müller sieht insbesondere durch die neue Partnerschaft zwischen Böhlau und Vienna University Press, einem Imprint der V&R-Tochter V&R unipress GmbH, "spannende Möglichkeiten auf dem österreichischen Markt". Durch den Zusammenschluss könnten zudem künftig die Investitionen für technische Innovationen gebündelt und Synergieeffekte genutzt werden.

Verkaufspreis unbekannt

Die beiden Verlage geben keine Auskünfte über Umsatzzahlen und Verkaufspreis. Bei Böhlau sind im vergangenen Jahr rund 200 Titel neu erschienen, bei V&R waren es rund 350, dazu kommen noch etwa 30 Zeitschriften.

Zur Verlagsgruppe V&R gehören nun Vandenhoeck & Ruprecht, Vandenhoeck & Ruprecht LLC, Böhlau, Neukirchener Theologie sowie die V&R unipress GmbH mit Vienna University Press, Bonn University Press, Mainz University Press und Osnabrücker Universitätsverlag.