New York. Stell dir vor, der nächste Präsident kommt in die Redaktion, aber ein Kolumnist schimpft wie ein Rohrspatz. In der New York Times ist das ohne Weiteres möglich. Donald Trump wurde zum Interview eingeladen und höflich von der Chefetage, Redakteuren und Reportern empfangen. Nur einer verweigerte sich entschieden und demonstrativ dem hohen Besuch: "Ich sage es stolz; Ich war nicht auf diesem Meeting", schrieb der NYT-Kolumnist Charles M. Blow in seiner Kolumne und erntete dafür Begeisterung auf Twitter.

Unter dem Titel "Nein Trump, wir können uns nicht vertragen" nannte Blow, der Trump schon während des Wahlkampfs auf's Heftigste kritisiert hatte, den gewählten Präsidenten "abscheulich" und warf ihm vor, dass er einfach alles sagen würde, um seine Ziele zu erreichen. Trump hatte sich im Gespräch mit der "New York Times" um einen moderaten Ton bemüht und einige seiner im Wahlkampf angekündigten Vorhaben abgeschwächt.


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Charles M. Blow auf Twitter
#WeCantJustGetAlong
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So will er nicht mehr vorrangig Hillary Clinton von Amts wegen verfolgen lassen und den Einsatz von Foltermethoden bei Militär und Geheimdiensten legitimieren. Selbst der Klimadebatte versprach Trump künftig mit "offenem Geist" zu folgen.

Der NYT-Kolumnist glaubt ihm jedenfalls kein Wort: "Sie sind ein Betrüger und Scharlatan", meinte Blow in seiner Polemik.