Wien. Ein Traditionshaus, eine starke Frau und vier Personen mit einem gemeinsamen Schicksal: "Das Sacher" wird am 27. und 28. Dezember, jeweils um 20.15 Uhr in ORF 2, zur Kulisse für Robert Dornhelms gleichnamigen Fernseh-Zweiteiler. In zweimal 100 Minuten spannt das aufwendig produzierte Historiendrama mit erlesener Besetzung einen Bogen über knapp drei Jahrzehnte österreichischer Geschichte.

Im Zentrum steht Ursula Strauss als "Grande Dame" Anna Sacher. Ihr gelingt es nach dem Tod ihres Mannes Eduard, die Konzession für das Hotel zu erlangen. Nach und nach kann sie das Sacher in der Zeit um die Jahrhundertwende etablieren. "Sie hat sich ihren Platz erkämpft, sich mutig der Gesellschaft gestellt und war eine der einflussreichsten Frauen der damaligen Zeit", so Strauss über ihre Filmfigur. "Bei ihr sind viele Fäden zusammen gelaufen, sie steht für ein offenes, internationales Wien, für ein Wien der Weltausstellung."

Voller Widersprüche


In weiteren Rollen der ORF/ZDF-Koproduktion, die von Robert Dornhelm inszeniert wurde, sind etwa Josefine Preuß, Julia Koschitz, Laurence Rupp und Florian Stetter zu sehen. Die Lebenswege ihre Figuren kreuzen sich im Hotel, wobei ihnen Robert Palfrader als Portier des Hauses die Tür öffnen darf. Das Drehbuch zum Zweiteiler stammt von Rodica Doehnert, die dazu auch einen Roman verfasst hat: "Das Sacher. Die Geschichte einer Verführung" ist Ende November im Europa Verlag erschienen.

Ergänzend zum fiktionalen Programm widmet sich nach der Ausstrahlung des ersten Films eine Dokumentation der Geschichte des Sachers von einer anderen Seite: Die ORF/ARTE-Doku "Die Königin von Wien - Anna Sacher und ihr Hotel" wird als ein Film über "eine Frau mit Widersprüchen" angekündigt und ist am 27. Dezember ab 22 Uhr zu sehen. In dere Produktion räumt Regisseurin, Drehbuchautorin und ORF-Dokumentarfilmspezialistin Beate Thalberg mit manchen Klischees rund um "das Sacher" und seine legendäre Hotelchefin Anna Sacher auf.

Thalberg forschte ausschließlich an den Originalquellen. "So konnten wir eine ganz neue, starke Persönlichkeit zutage fördern, die sich deutlich unterscheidet von der bisher kolportierten ‚gemütlichen Matrone‘", sagt Thalberg. "Wir zeigen die einfallsreiche und erfolgreiche Unternehmerin, die selbstbestimmte, hochmoderne Frau, der Freigeist und die für die Ringstraßen-Ära so wichtige Integrationsfigur." Die Doku präsentiert eine differenzierte Persönlichkeit und geschickte Managerin, zeichnet aber auch ein Zeitgemälde der Wiener Ringstraßen-Ära mit dem Erstarken des Bürgertums, vielen neuen technischen Erfindungen und der revolutionären Wiener Moderne.

Auch das heutige Sacher steht im Mittelpunkt des Films, der neben zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die langjährige Chefin Elisabeth Gürtler sowie die neue Führungsgeneration mit Tochter Alexandra und Schwiegersohn Matthias Winkler zu Wort kommen lässt.