Exzentrisch, genial und unerreicht. So einen wie Falco gab und gibt es in der österreichischen Musikszene nur einmal. Am 19. Februar würde Johannes Hölzel alias Falco seinen 60. Geburtstag feiern. Sein Tod im Februar 1998 machte ihn zur Legende. Eine Legende, über die seitdem viel geschrieben und gesprochen wurde. In Buchform oder als Film, in Artikeln oder in Dokumentationen.

Familienmitglieder, Freunde, Wegbegleiter und dergleichen haben sich mehrfach über Falco geäußert, ihre Erinnerungen an ihn wiedergegeben. Eigentlich, so könnte man meinen, ist also alles gesagt, alles erzählt und alles in die Öffentlichkeit getragen worden. Der runde Geburtstag des "Falken" belehrt allerdings eines Besseren. So wollen diverse TV-Programmschwerpunkte neue Erkenntnisse und Einzelheiten über das exzessive Leben des Künstlers ans Licht bringen.

Zum Auftakt steht das von Patrick Hibler gestaltete neue Porträt "Falco - Forever young" (Sa., 20.15 Uhr, ORFIII und So., 19. 2., 22.15 Uhr, ORFeins) auf dem Spielplan. Darin kommen erneut Falco-Kenner, Wegbegleiter und Angehörige zu Wort. Erstmals meldet sich darin auch Falcos 89-jähriger Vater Alois Hölzel zu Wort, der sein bisheriges Schweigen über den berühmten Sohn bricht. Auch im Vorabend ist Falco vertreten: Unter dem Titel "Mütter: Falco und seine Mutter Maria" (Sa., 19.10 Uhr, ORFIII) ist eine Ausgabe der Gesprächsreihe "Mütter" aus 1991 zu sehen, in der sich Gastgeberin Hermi Löbl mit Mutter und Sohn Hölzel über das Leben und die Karriere des Popstars unterhielt. Und am späteren Abend gibt es sowohl den Konzertmitschnitt "Falco live - Der Falke ist wieder da" (Sa., 21.20 Uhr, ORFIII), der an seinen legendären Auftritt beim Donauinselfest 1993 erinnert, als auch im Anschluss die Dokumentation "Remember Falco!" (Sa., 22.25 Uhr, ORFIII) zu sehen, die in Form einer Collage aus Videos an die unterschiedlichen Schaffensperioden des Stars erinnert.

Erstmals gezeigte Szenen

Den nächsten Höhepunkt erreichen die Feierlichkeiten sodann am tatsächlichen Geburtstag. Es werden die Spielfilm-Biografie "Falco - Verdammt, wir leben noch!" (So., 19. 2., 20.15 Uhr, ORFeins) von Thomas Roth mit einem großartigen Manuel Rubey in der Hauptrolle, der Mitschnitt von "Falco Symphonic" (So., 19. 2., 23.20 Uhr, ORFeins) und im Anschluss das Porträt "Falco - Bonus - Track" gezeigt.

Neben dem ORF plant der österreichische Privatsender Puls4 einen groß angelegten Programmschwerpunkt. Das Falco-Special beinhaltet zahlreiche Highlights und noch nie gezeigte Szenen und Bilder rund um den Ausnahmekünstler. Den Höhepunkt bildet dabei die neueste Falco-Dokumentation "Falco - Die ultimative Dokumentation" (Fr., 17. 2., 20.15 Uhr, Puls4) von Rudi Dolezal, Falcos langjährigem Freund und Regisseur aller seiner Videos. Außerdem gibt es ein Voting der besten Falco-Videos und Gast-Bands, die von Montag, den 13. Februar bis Freitag, den 17. Februar in Café Puls Falco-Songs performen.

Es sind verschiedene Anlässe, die im vergangenen Jahr, dieses und auch nächstes Jahr der Person Falco vermehrt Aufmerksamkeit zukommen lassen. Im März 2016 wurde zum Beispiel gefeiert, dass "Rock me Amadeus" vor genau 30 Jahren auf Platz eins der amerikanischen Charts geklettert ist. Heuer ist es sein 60. Geburtstag. Und nächstes Jahr? Da jährt sich dann der Todestag des Falken zum bereits 20. Mal.

Auch sonst wird es nicht ruhig um ihn. Im Radio wird er oft gespielt, in den Medien ist er teilweise präsenter als manch aktueller Künstler und seine Fangemeinde gewinnt nach wie vor neue Mitglieder. Sogar neue, zusammengebastelte Songs werden veröffentlicht, der letzte im Jahr 2009. Fast so, als würde er also noch immer am Leben sein und die Musikszene Österreichs mitprägen.

Wäre Falco noch am Leben - was würde er zu all dem wohl sagen? Verdammt, ich lebe noch? Wie wäre eine Welt, in der er als heute 60-Jähriger tatsächlich noch leben würde? Wäre er noch einmal zu künstlerischer Höchstform aufgelaufen? Wäre das schwindende Interesse an ihm, mit dem er bereits Anfang der 1990er Jahre haderte, weiter fortgeschritten und er selbst irgendwann in Vergessenheit geraten? Zynische Stimmen meinen, sein Tod kam gerade zum richtigen Zeitpunkt. Denn so war es Falco möglich, sein Lebenswerk unvergesslich werden zu lassen.