Auf Ihrem Blog gibt es einen trostlos-witzigen Cartoon, in dem alle Nachrichten bis zum Wetterbericht nur mehr schrecklich sind. Kann es auch zu viele schlechte Nachrichten geben, um sie auch zu verdauen?

Ja, und das ist schädlich, denn wir sollten uns fokussieren und organisieren. Viele Menschen glauben, sie können die ganzen Informationen in sich einsaugen, aber du könntest den ganzen Tag Nachrichten lesen und du wirst am Ende noch weniger wissen.

Mit Ihrem Buch wollten Sie sozusagen ein Making-of von Journalismus machen, dabei haben Sie auch festgehalten, an welche Grenzen Ihre Freunde gestoßen sind. Was haben Sie über Journalismus erfahren?

Er ist viel komplizierter, als ich dachte. Das ist keine noble, makellose Profession. Man muss viele schwierige Entscheidungen treffen und oft trifft man die falsche. Der beste Journalismus ist einer, der zeigt, dass die Menschen, die an anderen Orten leben, trotzdem nicht anders sind als wir. Ein Journalismus, der die Menschen dreidimensionaler macht: Auch Bösewichte sind Menschen, auch Opfer machen Fehler, die Dinge sind komplizierter, als uns Politiker das weismachen wollen.

Was kann Journalismus nicht?

Er kann keine objektive Wahrheit liefern, außer vielleicht der Wetterbericht. Jeder Journalist hat seine eigene Perspektive, er spricht mit manchen Menschen und mit manchen nicht. Deswegen brauchen wir unterschiedliche Nachrichtenquellen, damit wir ein größeres Ganzes erkennen.

Was war die eindrucksvollste Begegnung bei Ihrer Reise?

Das waren die irakischen Flüchtlinge, die - was ich verstehen kann - einige bittere Worte für Amerikaner über hatten. Aber sie haben immer sehr schnell differenziert: Wir sprechen über eure Regierung, nicht über euch! Das war eindrucksvoll: Nach allem, was sie durchgemacht hatten, haben sie etwas geschafft, was viele Amerikaner nicht können. Viele von uns tendieren dazu, Bewohner eines Landes mit deren Regierung gleichzusetzen.

Sie zeichnen "Non-Fiction"-Comics, dieses Genre scheint immer populärer zu werden. Können Sie sich erklären, warum?

Den Trend gibt es schon eine Weile in den USA. In Frankreich gibt es ein Magazin, "21", in dem sind die letzten 30 Seiten immer reserviert für Comic-Journalismus. Ich glaube, diese Comics sind so populär, weil wir mit Nachrichten überhäuft werden und dabei alles so gleich aussieht. Wir sehen Text um Text um Text. Wenn dann plötzlich ein Comic aufpoppt, dann ist das einmal eine Abwechslung. Wir haben uns vielleicht auch schon zu sehr gewöhnt an konventionelle Nachrichten. Ein handgezeichnetes Bild zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich als ein Foto. Es kann eine stärkere Verbindung herstellen zu denjenigen, über die berichtet wird, aber auch zu Themen, die eher abstrakt sind.