Wien. ProSiebenSat1 darf ATV ohne vertiefte Prüfung durch die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) übernehmen. Das gab die Behörde Donnerstagabend bekannt. Jedoch mussten die Käufer nochmals verschärfte Auflagen akzeptieren. Die zusätzlichen Auflagen schreiben unter anderem vor, dass Werbung bei ATV auch "weiterhin eigenständig gebucht werden" kann. Im redaktionellen Bereich wird eine Pflicht von ATV-Nachrichten auch an Wochenenden und Feiertagen festgeschrieben. Die Gesamtdauer der Auflagen wurde verlängert, wenn auch nicht beträchtlich.

In der ursprünglichen Zusammenfassung der "Verpflichtungszusagen" für den Deal hieß es noch, dass diese "für eine Periode von fünf Jahren ab Wegfall des Durchführungsverbots" gelten, was wohl der Frühling 2022 gewesen wäre. Nun wird festgelegt, dass die Auflagen bis Ende 2022 einzuhalten sind. Der Punkt "Werbemarkt" ist deutlich umfangreicher geworden. Mit der Bestimmung, dass ATV weiter "eigenständig" zu buchen ist und "ein Direktkunde Anspruch (hat), dass eine eigenständige Rabattstaffel zur Anwendung gelangt", soll gewährleistet werden, dass Werbetreibende künftig nicht auch Werbezeit auf Puls4 kaufen müssen, nur um auf ATV präsent zu sein, wird erläutert.

Außerdem wird ATV "im Gesamtjahresschnitt seine Werbezeit im Vergleich zum Vorjahr in nur einem geringen Ausmaß erhöhen", erläuterte die BWB in ihrer Aussendung, wobei der genaue Prozentsatz ein "Geschäftsgeheimnis" darstellt. Damit will man dem "Vorwurf" entgegentreten, dass ProSiebenSat1 künftig die gesetzliche Gesamtwerbezeit gänzlich ausreizen und "deshalb versuchen könnte, Werbekunden mit Kampfpreisen anzulocken".

HD bleibt bestehen


Im Programmbereich verbieten die Auflagen nun auch ein "Durchschalten der Nachrichten der Pro7-Gruppe statt ‚ATV Aktuell‘ auf ATV" am Wochenende und an Feiertagen. Schließlich wird festgehalten, dass ATV bis Ende 2020 so wie bisher in HD über als Free-TV zu beziehen ist.