• vom 22.04.2017, 09:30 Uhr

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Update: 22.04.2017, 09:55 Uhr

Fernsehen

Zum Jubiläum ein paar Leichen




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Von Barbara Dürnberger

  • Am Sonntag feiert mit "Wehrlos" ein besonderer Österreich-"Tatort" Premiere: Es ist der 40. Einsatz für Harald Krassnitzer.

Ein eingespieltes Team: Moritz und Bibi müssen den Mord an einem Kollegen aufklären.

Ein eingespieltes Team: Moritz und Bibi müssen den Mord an einem Kollegen aufklären.© ORF/Hubert Mican Ein eingespieltes Team: Moritz und Bibi müssen den Mord an einem Kollegen aufklären.© ORF/Hubert Mican

An seinen ersten Drehtag als frischgebackener Tatort-Kommissar erinnert sich Harald Krassnitzer noch vage: "Ehrlich gesagt glaube ich, dass ich lange Zeit gar nicht richtig realisiert habe, was das wirklich heißt und was da wirklich passiert. Ich weiß jedenfalls, dass ich mich sehr gefreut habe, und erinnere mich daran, dass wir in Tirol gedreht haben.", sagt er gegenüber dem ORF. In der 404. Folge "Nie wieder Oper", die am 17. Jänner 1999 ausgestrahlt wurde, absolvierte er in der berühmten "Tatort"-Krimireihe als Chefinspektor Moritz Eisner seinen ersten Einsatz. Ermittelt wurde damals in einem Seniorenheim, in dem Eisner neben einem Mord auch noch die kriminellen Machenschaften der Heimleitung aufdeckte.

Neunzehn Jahre, über 3500 TV-Minuten und 39 Fälle später steht für Harald Krassnitzer nun am kommenden Sonntag mit dem "Tatort: Wehrlos" (So., 20.15 Uhr, ORF2/ARD) der 40. Einsatz und somit ein besonderes Dienstjubiläum bevor.


Dieses wird auch entsprechend gefeiert - mit einem besonderen Fall. Die Ermittlungen führen diesmal in die eigenen Reihen, nachdem die Leiche des Chefs der Polizeischule gefunden wird. Zuerst sieht zwar alles nach Selbstmord aus Schuldgefühlen aus. Die Ermittler finden im ersten Stock die ebenfalls tote Frau des Opfers und gehen davon aus, dass er sie im Effekt erschlagen hat und sich anschließend das Leben genommen hat. Sogar das Mordwerkzeug - die eigene Dienstwaffe - ist schnell gefunden. Ein Familiendrama, ein unglücklicher Ausgang eines Streits unter Eheleuten also. Nach der Obduktion sieht jedoch alles anders aus. Denn das Projektil, dass in der Brust des Opfers gefunden wurde, stimmt nicht mit jenem aus der Dienstwaffe überein. Also doch Mord? Womöglich.

Mord unter Kollegen?
Das Problem dabei: Die Munition wird ausschließlich der Polizei zur Verfügung gestellt. Moritz Eisner und Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) beginnen mit ihren Nachforschungen also diesmal zuerst bei den Kollegen, denn der Täter ist jemand aus den eigenen Reihen.

Je länger sie an dem Fall arbeiten, desto mehr bringen sie über den eigenen Polizeiapparat in Erfahrung, in dem offenbar seit Jahren unbemerkt ein systematischer Machtmissbrauch stattfindet, unter dem die Auszubildenden der Polizeischule leiden.

Zudem kämpfen die beiden Ermittler auch noch mit privaten Problemen. Der Haussegen hängt schief. Streiterein und böse Worte führen dazu, dass Moritz und Bibi einen großen Teil der Ermittlungen getrennt voneinander erledigen. Ein Zustand, der jedoch nicht zur Norm werden soll für das Team, das seit 2010 erfolgreich zusammenarbeitet: "Sie sind enge Freunde, das ist sicher auch die Qualität der beiden. Und auch deshalb sind sie ein gutes Team.", erklärt Adele Neuhauser die einmalige Dynamik von Bibi und Moritz.

Über das Jubiläum des Kollegen findet sie zudem lobende Worte: "Dass jemand über eine so lange Strecke an einem Format arbeitet, ist nicht alltäglich. Harry ist ein großartiger Schauspieler und gehört zu jenen besonderen Menschen, die man nur ganz selten trifft. Ich freue mich, ihm begegnet zu sein und mit ihm arbeiten zu dürfen." Neu im Team ist übrigens Regisseur Christopher Schier, der mit "Wehrlos" sein "Tatort"-Debüt gibt. Das Drehbucht stammt von Uli Brée, in weiteren Rollen sind erneut Thomas Stipsits, Hubert Kramar und Simon Schwarz zu sehen.

Das österreichische "Tatort"-Jahr ist damit aber noch nicht zu Ende. 2017 wird es noch die Folge "Virus" (Regie: Barbara Eder) zu sehen geben. Und auch für 2018 laufen bereits die Vorbereitungen: In "Die Faust" (Regie: Christopher Schier) müssen Eisner und Fellner einen besonders grausamen Fall lösen, bei dem mehrere, nicht identifizierbare Leichen öffentlich spektakulär zur Schau gestellt werden. . .

Zuerst steht nun aber die Lösung des 40. Falls bevor. Für den Jubilar quasi ein Dienst nach Vorschrift. Nach knapp 20 Dienstjahren sieht er das Jubiläum eher gelassen: "Ich muss zugeben, dass ich jemand bin, der mit Zahlen nicht gut umgehen kann und dass ich diesen ‚Tatort‘ bis zu den Dreharbeiten noch gar nicht als meinen 40. wahrgenommen habe."




Schlagwörter

Fernsehen, Tatort

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-04-21 16:39:14
Letzte Änderung am 2017-04-22 09:55:19


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