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Update: 11.05.2017, 17:27 Uhr

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Der globale Gamification-Markt wächst bis ins Jahr 2020 auf 11 Milliarden US-Dollar, schätzt Research and Markets. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate liegt bei 46 Prozent. Gamification umfasst viele Bereiche, unter anderem Angebote im Bildungsbereich. Dort motiviert das Spielerische, fleißig zu lernen. In New York gibt es eine Schule, die sich "Quest to learn" nennt und den Ansatz sehr weit führt. Der ganze Unterricht läuft "gamifiziert" ab. Auch im E-Commerce-Bereich setzt man auf Gamification. Dabei muss es nicht um materielle Belohnungen gehen. Der Begriff "gamified loyalty" umfasst Methoden zur Kundenbindung, die auf menschliche Neigungen abzielen: den Spieltrieb, das Bedürfnis nach Anerkennung. Diejenigen, die in der Community viel kommentieren und bewerten, bekommen dafür zum Beispiel bestimmte Statusauszeichnungen.

Die Vermessung des Selbst
Im Gesundheitsbereich kursiert das Schlagwort vom Quantified Self, der Vermessung des Körpers und seiner Funktionen per Software. Gamification spielt bei diesem Sich-Selbst-Tracken auch eine Rolle. Zum Beispiel motivieren Fitnessapps teils auf spielerische Weise, noch ein paar Laufkilometer dranzuhängen. "Zombie, Run!" ist so eine App. Während des Joggens taucht man in eine virtuelle Welt, in der auch schon mal Untote hinter einem her sind. Da läuft man fast von alleine. Den inneren Schweinehund überwinden hilft auch "Run an Empire". Hier geht es darum, joggend das eigene Territorium zu verteidigen und andere Territorien zu erobern. Das alles spornt manchen zu Höchstleistung an, einen Haken hat die Sache aber auch. "Datenschutz bei Gamification ist häufig eine heikle Sache", erklärt Bendel. Bei nativen Apps, also Apps, die auf Geräte oder Software zugeschnitten sind, rät er generell zur Vorsicht. Die meisten seien Datensauger.

Nutzer sollten prüfen, worauf die Apps zugreifen wollen. Braucht es die Verwendung von Kamera und Mikrofon? Oder die Kontakte? Mit Blick auf die informationelle Autonomie sei es meist besser, eine webbasierte App zu nutzen. Kunden von Krankenkassen und Versicherungen mahnt Bendel besonders zur Vorsicht. "Die Kassen wollen gerne wissen, wie viel man wiegt, was man isst, was man trinkt, welchen risikoreichen Tätigkeiten man nachgeht. Solche Angaben sollte man nicht machen."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-05-09 16:30:08
Letzte Änderung am 2017-05-11 17:27:05


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