• vom 26.05.2017, 16:28 Uhr

Medien

Update: 26.05.2017, 16:39 Uhr

Fernsehen

Kleiner Sender - große Themen




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Barbara Dürnberger

  • Happy Birthday arte: Der Sender feiert 25-jähriges Bestehen - ein Sonderprogramm im Zeichen des europäischen Gedankens.

"Venedig und das Ghetto": Szene aus dem Alltag des berüchtigten Stadtviertels. - © Klaus Steindl

"Venedig und das Ghetto": Szene aus dem Alltag des berüchtigten Stadtviertels. © Klaus Steindl



Die Beweggründe waren denkbar einfach: Die deutsche und französische Bevölkerung sollte mehr Gefallen an der Europäischen Vereinigung finden, weshalb man die jeweils andere Kultur besser kennenlernen wollte und sollte.

Die Idee und der Wille, zu diesem Zweck einen gemeinsamen Fernsehsender zu gründen, besteht bereits seit den 1980er Jahren. 1988 wird das Projekt von Präsident François Mitterrand und Kanzler Helmut Kohl auf dem deutsch-französischen Gipfel in Bonn befürwortet. Bis es einen deutsch-französischen Kulturkanal geben wird, sollten jedoch noch weitere vier Jahre vergehen. Jahre, in denen die Finanzierung geklärt werden muss, der Rechtsstatuts sowie die Organisation des Unternehmens festgelegt wird und man sich nach weiteren Partnern (unter anderem auch der ORF in Österreich) umsieht.


Am 30. Mai 1992 ist es schließlich so weit: arte startet als europäischer öffentlich-rechtlicher Kultursender und überträgt die entsprechende Eröffnungsfeier ab 17 Uhr aus der Straßburger Oper in gut drei Viertel aller deutschen und französischen Haushalte.

Anfänglich nur mit einem Abendprogramm ausgestattet, wird der Sender später zu einem Pionier im Digitalbereich und dehnt mit der Einführung des Digitalfernsehens sein Programm auf den ganzen Tag aus. Neben der Programmauswahl, die ja für alle Länder interessant und ansprechend sein muss, war auch das Sendeschema eine kleine Herausforderung. Zwar werden dieselben Filme, Beiträge und Dokumentationen gesendet, jedoch nicht immer zeitgleich. Vor allem der Hauptabend muss entsprechend geplant werden, denn während in Österreich und Deutschland der Hauptabend um 20.15 Uhr startet, sind die Franzosen erst später, um 20.55 Uhr dran. Zwischenzeitlich wurde gar versucht, eine neue Hauptsendezeit für den Abend zu etablieren. Der Versuch scheiterte jedoch an den bereits eingefleischten Fernsehgewohnheiten der Zuseher in den verschiedenen Ländern.

Kommende Woche jährt sich der Geburtstag des Senders zum 25. Mal. Um das absolvierte Vierteljahrhundert gebührend zu feiern, hat arte ab dem heutigen Samstag eine besondere Sendewoche geplant - mit hochwertigen Neuproduktionen und emblematischen Sendungen, getreu dem Motto "Typisch arte!". Typisch für den Sender sind dabei vor allem Dokumentationen, aus denen rund 40 Prozent des Programms besteht. In der Geburtstagswoche gibt es unter anderem das Dokudrama "Venedig und das Ghetto" (Sa., 20.15 Uhr) zu sehen. Darin folgt der Sender den Spuren einer großen Zivilisation und erzählt die beeindruckende 500-jährige Geschichte der jüdischen Bevölkerung Venedigs. Gezeigt wird unter anderem eines der beliebtesten und belebtesten Stadtviertel, das die wechselhaften Beziehungen zwischen Juden, Venedig und der restlichen Welt widerspiegelt.

Das Doppelleben der Katzen
Im Anschluss heißt es (Fernseh-)
Bühne frei, für das beliebteste Haustier Europas: die Katze. Anstelle von lustigen Internet-Katzenclips, die sich in den vergangenen Jahren zu einem Phänomen im World Wide Web entwickelt haben, wählt arte jedoch einen wissenschaftlichen Zugang und folgt mittels moderner Technik den Stubentigern bei ihren Streifzügen in freier Wildbahn. "Wilde Miezen - Katzen allein unterwegs" (Sa., 21.45 Uhr) enthüllt das geheimnisvolle Doppelleben der Internetstars und wird so manchen Katzenbesitzer in Staunen versetzen.

Der Sonntag gebührt dann wie gewohnt den Filmlegenden. Dieses Mal wird der Abend dem französischen Theater- und Filmschauspieler Michel Piccoli gewidmet. Er gilt als einer der bedeutendsten Charakterdarsteller Frankreichs und ist mit dem Psychodrama "Quartett Bestial" (So., 20.15 Uhr) sowie der Dokumentation "Der erstaunliche Monsieur Piccoli" (So., 22 Uhr) vertreten.

Ein weiteres Highlight bildet in der kommenden Woche auch der "investigative Dienstag", der mit der Dokumentation "Trump, mein neuer Präsident" (Di., 20.15 Uhr) eine Bilanz der ersten 100 Tage unter Trump zieht, ehe es in "Unter Fremden" (Di., 22.20 Uhr) eine gesellschaftsrelevante Reise zu Europas Neuen Rechten gibt.

Dies sind nur einige Höhepunkte aus der Geburtstagswoche, die bis zum 2. Juni andauern wird. Es ist ein wichtiges Jubiläum. Denn inmitten des offenkundig fragiler werdenden europäischen Gedankens, bezieht der kleine Sender (Marktanteil durchschnittlich ein Prozent), der sich nie davor gescheut hat, die großen und wichtigen Themen aufzugreifen, eine durchaus bedeutsame Position.




Schlagwörter

Fernsehen, Jubiläum, Arte

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-05-26 16:32:07
Letzte nderung am 2017-05-26 16:39:38



Zeichentrick

Zeichnendes Poesievögelchen

20180323SARGNAGEL - © APAweb / Georg Hochmuth Plötzlich saß sie im Rampenlicht. Stefanie Sargnagel beim renommierten Bachmann-Preis-Wettlesen in Klagenfurt. Die so oft als Beisl-, Facebook-... weiter




Comic

Die Maus aus Missouri

Wurden heuer im Jänner auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt: Mickey & Minnie. - © Frederic J. Brown/afp Herr Maus trat seine Laufbahn beim Film eigentlich unfreiwillig an. Der Kollege Hase, Oswald the Rabbit, hatte die Rolle zuerst bekommen... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Höchststrafe für "Kronen Zeitung"
  2. Beethoven in der Manege
  3. Alter Glanz und neue Töne
  4. fleißig
  5. Ein Film mit echten Helden
Meistkommentiert
  1. "Bin seit Jahren HIV-positiv"
  2. Forsche Mitteilungen
  3. Warten auf den Streaming-Tsunami
  4. Ritter der Extreme
  5. Höchststrafe für "Kronen Zeitung"


Quiz


Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017. 

Romy Schneider wurde am 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien geboren. Die Schauspielerei ist ihr in die Wiege gelegt geworden: Ihre Eltern und sogar ihr Ururgroßvater waren Schauspieler. Ihren Künstlernamen verwendete sie kurz nach ihrer ersten Filmrolle in den 1950ern. August Sander, Putzfrau, 1928

Die Schauspielerin Tiffany Haddish posiert auf dem roten Teppich. Bille August.

Werbung



Werbung


Werbung