• vom 31.05.2017, 20:35 Uhr

Medien

Update: 31.05.2017, 21:30 Uhr

Russland

"Putin lebt in einer anderen Welt"




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Jeder nimmt Bilder im Kopf von dem Ort mit, an den er reist.

Zwiebeltürme und Plattenbauten sieht man oft, Matrjoschka-Figuren findet man im Souvenirshop. Ich hatte aber keinen einzigen Gastgeber, der eine Balalaika zu Hause hatte, und einen Bären habe ich auch nicht getroffen. Es macht großen Spaß, sich mit Russen über solche Klischees zu unterhalten, weil sie sich selbst gerne darüber lustig machen.

Und wie ist das Bild von Europa in Russland?

Es liegt schon ein deutlicher Fokus auf negativen Berichten, etwa über die Flüchtlingskrise und ihre Folgen. Durch die Formulierung und Auswahl der Meldungen und Kommentare entsteht ein Bild, das die vorhandenen Probleme überzeichnet. Ich würde mir wünschen, dass ein russischer Couchsurfer eine Reise durch Europa macht und ein Buch darüber schreibt. Darin sähe vieles anders aus.

Wie arbeiten die dortigen Staatsmedien?

Auch negative oder fehlerhafte Russland-Berichte in "Westmedien" werden genüsslich vor dem russischen Publikum ausgebreitet. Nach dem Motto: Guckt euch an, was die für eine Propaganda gegen uns betreiben. In Wahrheit habe ich das Gefühl, da hat sich in den letzten ein bis zwei Jahren etwas gedreht: Die heftigeren Negativ-Berichte kommen inzwischen aus Russland. Man muss ganz kritisch hingucken, inwieweit Kreml-Medien versuchen, die öffentliche Meinung zugunsten Russlands und zum Schaden Europas zu manipulieren. Das Problem wird bisher meiner Meinung nach unterschätzt - wobei Zensur ganz sicher nicht die Lösung ist, sondern Information und Sensibilisierung.


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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2017-05-31 16:38:06
Letzte Änderung am 2017-05-31 21:30:28


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