Freunde fürs Leben: Hans Moser (l.) und Paul Hörbiger. - © orf
Freunde fürs Leben: Hans Moser (l.) und Paul Hörbiger. - © orf

Auch wenn es nicht unbedingt naheliegend ist, so hat die österreichische Schauspiellegende Hans Moser in jungen Jahren tatsächlich eine Sprechausbildung genossen. Der entfernte Verwandte Josef Moser, ein Chargenspieler des Burgtheaters, gab ihm angeblich einst Unterricht. Das typische Nuscheln konnte ihm aber offenbar auch Josef Moser nicht abgewöhnen. Ein Glücksfall, wie man heute weiß, denn die besondere Art zu sprechen wurde zu einem Markenzeichen von Hans Moser. Dafür gab ihm sein Lehrer etwas anderes mit auf den Weg: seinen Nachnamen. Aus Johann Julier, so der eigentliche Name des Filmstars, wurde Hans Moser.

Bis er allerdings mit seinem Künstlernamen Karriere machen wird, sollten noch viele Jahre vergehen. Jahre, in denen der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Hans Moser mit Wanderbühnen durch das Land zieht und vornehmlich auf Gasthausbühnen in der böhmischen Provinz auftritt. 1897 folgt das erste Engagement am Stadttheater Reichenberg, 1903 die Berufung an das Theater in der Josefstadt. Der große Durchbruch bleibt allerdings weiterhin aus. Schuld daran ist allerdings nicht Moser selbst, sondern die klare Fehlbesetzung seiner Person. Anstatt sein komisches Talent zu nutzen, wird er mit der Rolle des Liebhabers besetzt - sein Aussehen und seine Körpergröße lassen ihn an der Darstellung jedoch scheitern. Erfolg hat er dafür im Privatleben: 1911 heiratet er Blanka Hirschler, eine resche und dominante junge Frau jüdischer Abstammung. 1913 kommt Tochter Margarete zur Welt.

Durchbruch mit 42 Jahren


Doch Hans Moser gibt nicht auf: Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs tritt er verstärkt in Wiener Kabaretts auf, bis er endlich mit der Rolle des grantelnden Hausmeisters im Stück "Ich bin der Hausmeister vom Siebenerhaus" seinen Durchbruch feiert. Hans Moser ist zu dieser Zeit bereits 42 Jahre alt. Als sein komödiantisches Genie jedoch endlich erkannt wird, geht alles ganz schnell: Es folgen Engagements am Ronachertheater und eine Rückkehr ans Theater in der Josefstadt, wo er endlich in Stücken von Horváth und Schnitzler das Publikum unterhalten darf. Er schafft es schließlich sogar in die USA, wo er unter anderem in "Ein Sommernachtstraum" am New Yorker Broadway zu sehen ist.

Auch das Medium Film erobert er durch seine unnachahmliche Arte, die er ohne Probleme von der Bühne auf die Leinwand transportiert, im Sturm. Sein Talent schützt ihn und seine Familie jedoch nicht vor den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs: Da er mit einer Jüdin verheiratet ist, verwehrt man ihm 1938 die Aufnahme in die Reichsfilmkammer. Hitler und Göring finden jedoch großen Gefallen an Moser und seinen Filmen, also wurde seine Beschäftigung mittels "Sondergenehmigungen" ermöglicht. Mosers Frau wird allerdings zum Verlassen Wiens gezwungen.