• vom 14.11.2017, 16:04 Uhr

Medien

Update: 21.11.2017, 13:11 Uhr

Medien

Sind alle Daten gleich?




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Adrian Lobe

  • Die Trump-Regierung will die unter der Obama-Administration getroffene Regulierung zur Netzneutralität kippen.

Vorrang auf dem Daten-Highway für den Meistbietenden? Dieses Szenario wollen Aktivisten verhindern. - © Susanne Lindholm/Reuters

Vorrang auf dem Daten-Highway für den Meistbietenden? Dieses Szenario wollen Aktivisten verhindern. © Susanne Lindholm/Reuters

Wien. Das Internet ist vergleichbar mit einer großen Stadt. Es gibt Portale, exklusive und weniger exklusive Clubs, Mauern, Barrieren, dunkle Gassen (Dark Web) und Autobahnen, über die Daten rasen. Auf diesen Datenautobahnen, den zentralen Arterien der Informationswelt, soll es keine Überholspuren geben (außer vielleicht spezielle Zufahrten für die Polizei und Feuerwehr). So wollen es Netzaktivisten, und so will es auch das Gros der Regulierer.

Das Prinzip der Netzneutralität besagt, dass alle Datenpakete gleich behandelt werden müssen - egal, ob es sich um eine E-Mail an die Mutter oder eine Netflix-Folge handelt. Internetprovider wie Comcast, Verizon oder T-Online müssen alle Webseiteninhalte und Apps, die über ihre Netze abgerufen werden, Nutzern in gleicher Qualität und Geschwindigkeit zur Verfügung stellen. Doch das Gründungsprinzip des offenen Internets, das für Netzaktivisten eine heilige Kuh ist und noch den freiheitlichen Geist der Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace atmet, ist bedroht. Die US-Regierung will das unter der Obama-Administration beschlossene Regelwerk zum Schutz der Netzneutralität kassieren. Dagegen regt sich nun massiver Widerstand von Netzaktivisten. Sie befürchten, dass mit der Aufweichung eine Art Zwei-Klassen-Internet entstehen könnte.


Die Verordnung sah unter anderem ein Verbot von Websperren und Tempobremsen (Throttling) für legalen Internetverkehr vor. Diese Regelungen will die Trump-Administration nun kontinuierlich schleifen. US-Präsident Donald Trump ernannte mit Ajit Pai einen dezidierten Gegner der Netzneutralität zum Chef der Kommunikationsbehörde FCC. Der Sohn indischer Einwanderer, der an der renommierten Harvard-Universität studierte und sich an der Universität Chicago (wie Obama) zum Rechtsanwalt ausbilden ließ, gilt als konziliant im Ton, aber als kompromisslos in der Sache - und ist zum Feindbild der Netzgemeinde mutiert, die ihn als Verschrotter des freien Internets karikiert.

Wirtschaftliche Interessen?
Pikant ist, dass der Rechtsanwalt, der über ein republikanisches Ticket zuvor bereits hohe Regierungsämter bekleidete, nebenbei zwei Jahre als Berater für den Telekommunikationskonzern Verizon arbeitete. Kritiker werfen ihm daher Parteilichkeit vor und ziehen seine Unabhängigkeit in Zweifel. Die Enthüllungsplattform "The Intercept" berichtete über diverse Seilschaften und klientelistische Netzwerke in die Wirtschaft. So hat Pai die Chefin einer Consulting-Firma zur Vorsitzenden eines seiner Behörde unterstellten Ausschusses ernannt, die aggressiv gegen die Netzneutralität lobbyierte.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Medien, Digital

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-11-14 16:08:06
Letzte ─nderung am 2017-11-21 13:11:04



Comic

Die Maus aus Missouri

Wurden heuer im Jänner auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt: Mickey & Minnie. - © Frederic J. Brown/afp Herr Maus trat seine Laufbahn beim Film eigentlich unfreiwillig an. Der Kollege Hase, Oswald the Rabbit, hatte die Rolle zuerst bekommen... weiter




Comics

Übersetzung von Wirklichkeit

Der Comic "Der Riss"  folgt den EU-Außengrenzen. - © Reiterer "In einem gewöhnlichen Buch hätte man eine so komplexe Geschichte nicht wiedergeben können." Um die Zusammenhänge... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Ed Sheeran: "Baby, Maybe, Crazy, das ist Mist"
  2. Gegen die Ruhelosigkeit anmalen
  3. In die Landschaft schreiben
  4. Wer hätte das gedacht?
  5. Die Frau, die alle Register zieht
Meistkommentiert
  1. Armin Wolf klagt FPÖ wegen Facebook-Posting
  2. ÖVP/FPÖ sorgen für Zweidrittelmehrheit im ORF
  3. "Kultur in harten Kämpfen verschonen"
  4. Der Irrsinn der Macht
  5. Eine Frage hat er noch


Quiz


Bille August.

Am Donnerstag, 15. Februar 2018, ging die Eröffnung der 68. Berlinale über den roten Teppich. Zahlreiche Stars aus nah und fern waren mit dabei.

Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer. Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede

Werbung



Werbung


Werbung