• vom 12.12.2017, 16:16 Uhr

Medien

Update: 12.12.2017, 18:20 Uhr

Krisenberichterstattung

Journalismus als Grenzerfahrung




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Von Martina Madner

  • Was Krisenberichterstatter für ihren Beruf mitbringen müssen - um andere, aber auch sich selbst nicht zu gefährden.

Petra Ramsauer.

Petra Ramsauer.

Eva Winroither.

Eva Winroither. Eva Winroither.

Wien. Krieg, Schicksalsschläge, Unfälle oder der Tod - solche Erfahrungen gehen jene, die sie erleben müssen, nahe. Aber auch jene, die darüber berichten, Journalistinnen und Journalisten, können dabei an ihre Grenzen stoßen. Das Frauennetzwerk Medien und das Kuratorium für Journalistenausbildung ging deshalb in einer Diskussion mit Krisenberichterstattern und einer Psychologin den Fragen nach: Warum macht man das? Und: Was macht das mit den Journalisten?

Berufswunsch Kriegberichterstatterin
Petra Ramsauer ist Kriegs- und Krisenberichterstatterin für "Profil", "Kurier" oder auch die "Wiener Zeitung" und Autorin mehrerer Bücher zum Nahen Osten. Das Überraschende: Sie hegte diesen Berufswunsch tatsächlich schon als Zehnjährige, "zur Beunruhigung meiner Mutter", Kriege in Libyen und Israel waren im Fernsehen präsent, auch in Diskussionen der Familie. Ramsauer faszinierte das Buch "Länder aus aller Welt" mehr als Kinderbücher.


Bevor der Berufswunsch Realität wurde, brauchte es aber eine fundierte Ausbildung: Das Wissen über den Nahen Osten durch ein Politikwissenschaftsstudium, einige Jahre Berufserfahrung in einer Redaktion, postgraduate ein Studium zur Krisenberichterstattung, den Austausch mit erfahrenen Kriegsberichterstattern "als gutes Rüstzeug, denn im Kriegsgebiet muss man sattelfest im journalistischen Handwerk sein, da hat man keine Zeit zu überlegen, wie läuft die Geschichte".

David Kriegleder.

David Kriegleder. David Kriegleder.

Dazu kommt die gute Planung, "80 Prozent meiner Arbeit ist Logistik", sagt Ramsauer. Warten zu können, auf Bewilligungen zum Beispiel. Aber auch: "In der Lage zu sein, Prioritäten zu setzen; die Härte zu haben, die Reise abzubrechen. Das Wichtigste für Kriegsberichterstatterinnen ist, das man rausgeht, bevor man mitten in der Geschichte ist."

Einer von Ramsauers Kollegen in Sachen Krisenberichterstattung, David Kriegleder, heute Auslandsredakteur bei der "Zeit im Bild", berichtete für den ORF auch aus bewaffneten Konflikten in Sri Lanka, dem Südsudan, Mexiko und Kolumbien. Er sagt: "Alles steht und fällt mit deinem Netzwerk." Gute Kontakte vor Ort, um Gefahren einschätzen zu können, seien überlebensnotwendig. Und schließlich ist es auch "der eigene Instinkt, auf den man unbedingt hören muss", ergänzt Anthony Mills, der heute für France24 aus Wien berichtet, davor aber CNN-Korrespondent in Beirut in Libanon war.

Instinkt und Angst als Überlebensretter

Anthony Mills.

Anthony Mills.© Lisi Specht Anthony Mills.© Lisi Specht

Anthony Mills ist es schließlich auch, der ganz offen sagt, dass es nicht nur das Interesse an Geschichte und Kultur der Länder war, warum er Krisenberichterstatter war. Es war "wegen dem Risiko, der Spannung, dem Adrenalinkick". Aus diesem Grund lernte er schon in Beirut Arabisch und dachte sich: "Wunderbar!", als er den CNN-Korrespondenten vor Ort kennenlernte und schließlich dessen Arbeit übernahm, "als ich 2006 beim Ausbruch des Krieges dort war und er nicht".

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Dokument erstellt am 2017-12-12 16:20:18
Letzte Änderung am 2017-12-12 18:20:08


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