• vom 10.01.2018, 09:18 Uhr

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Update: 10.01.2018, 09:31 Uhr

Tatort

Ritualmordserie zum Auftakt




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Von WZ Online, APA, Nikolaus Täuber

  • Das Ermittlerduo aus Österreich feiert am Sonntag seinen ersten Tatort im Jahr 2018.

Im ersten Austro-"Tatort" des Jahres 2018 geht es düster bis blutig zu. - © ARD/ORF, Hubert Mican

Im ersten Austro-"Tatort" des Jahres 2018 geht es düster bis blutig zu. © ARD/ORF, Hubert Mican

Wien. Mit starken Bildern in düsterer Schattierung und einer geradlinig durchgezogenen Krimihandlung inklusive starker Thrilleranleihen startet das österreichische "Tatort"-Ermittlerduo am Sonntag ins neue Jahr. Dem Titel entsprechend setzt Regisseur Christopher Schier in "Die Faust" mitunter auf Handfestes, erstickt den Hauptabend-Suspense aber keineswegs in Gewalt.

Wenn die Kommissare Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) zu Beginn ihres neuen Falles eine Rede ihres Vorgesetzten Ernst Rauter (Hubert Kramar) zur anstehendem Polizeireform mit einem sarkastisch-fröhlichen "Bullshit-Bingo" konterkarieren, könnte sich der Seher darin wähnen, erneut einen mit viel Witz gepfefferten Österreich-"Tatort" vorgesetzt zu bekommen. Wenn aber in einer Wiener Wohnung im zweifelhaften 1970er-Chic die Leiche eines Mannes in Kreuzigungspose zur Schau gestellt wird, ist klar, dass dieser Krimi aus der Feder von Drehbuchautor Mischa Zickler mit dem Publikum etwas anderes vor hat.

 Ritualmordserie

An teils schäbigen Drehorten und in einem Netz aus schwer durchsichtigen Verbindungen und Identitäten entspinnt sich die Handlung um einen brutalen Mörder im Grusel-Outfit nämlich vielmehr spannend und bedrückend. Fellner und Eisner stellt die sich anbahnende Ritualmordserie von Beginn an vor große Herausforderungen, mit denen man sie diesmal weitgehend ohne Ablenkung aus dem privaten Bereich umgehen lässt. Der Schwerpunkt bleibt - bis auf die Fragezeichen, die durch die Reform der Exekutive über ihren Köpfen schweben - großteils auf dem immer mysteriöser werdenden Fall.

Unterstützt wird das Duo auf seiner Schnitzeljagd durch einen mitunter trostlosen Ausschnitt Wiens einerseits von willkommener Seite - etwa durch Langzeitteammitglied Manfred Schimpf (Thomas Stipsits) - sowie andererseits durch den ungeliebten jungen Kollegen Clemens Steinwendtner (Dominik Maringer). Vor dem Hintegrund eines zu vergebenden Jobs reiben sich Jung und Alt eingehend aneinander. Während sich der eine vorschriftskonform und vornehmlich vor dem Laptop sitzend einbringt, laufen Fellner und Eisner wieder meist ihren Instinkten sowie den Segnungen der modernen Kriminaltechnik folgend von Spur zu Spur. Diese lassen den zweiten "Tatort" unter Schiers Regie geschickt in Richtung Politthriller driften.

Nach "Die Faust" gibt es heuer noch ein weiteres Wiedersehen mit den Austroermittlern: Unter dem Titel "Her mit der Marie" wird der zweite Fall, für den Regisseurin Barbara Eder verantwortlich zeichnet, im Rahmen der Kultkrimireihe im Herbst ausgestrahlt. Für Nachschub 2019 ist überdies gesorgt, stehen doch Neuhauser und Krassnitzer im Laufe des Jahres für drei weitere Produktionen vor der Kamera.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-10 09:19:26
Letzte Änderung am 2018-01-10 09:31:34


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