• vom 14.01.2018, 09:30 Uhr

Medien

Update: 17.01.2018, 17:11 Uhr

Tatort

Die "Faust" schlägt zu




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Barbara Dürnberger

  • Auf der Jagd nach einem Serienmörder: Premiere für den neuen Österreich-"Tatort".



Moritz Eisner und Bibi Fellner sind einem Serientäter auf der Spur.

Moritz Eisner und Bibi Fellner sind einem Serientäter auf der Spur.© ORF Moritz Eisner und Bibi Fellner sind einem Serientäter auf der Spur.© ORF

Erst im vergangenen Frühjahr feierte Regisseur Christoph Schier sein erfolgreiches "Tatort"-Debüt: In der Folge "Wehrlos" schickte er Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) an die Wiener Polizeischule, wo sie ein grausames System aus Mobbing und Machtmissbrauch aufdeckten. Diesmal stellt er das beliebte Ermittlerduo vor eine weitere Herausforderung. Im neuen Österreich-"Tatort: Die Faust" (So., 20.15 Uhr, ORF2/ARD) bekommen es die beiden mit einem Serienmörder zu tun. Die Opfer scheinen zunächst ziemlich willkürlich gewählt zu sein: Zuerst trifft es einen tätowierten Serben, dann den unscheinbaren georgischen Mitarbeiter einer Großgärtnerei und schließlich eine junge Mutter. Auffällig ist dabei, dass sich der Mörder ausreichend Zeit nimmt, die Opfer in fast schon künstlerischer Art und Weise zu drapieren.

Außerdem erledigt er seine Taten stets maskiert und in einem weißen Ganzkörperanzug, ähnlich wie ihn die Spurensicherung bei der Polizei trägt - und hinterlässt somit nicht den Hauch einer DNA-Spur. Scheinbar haben es Bibi und Moritz also mit einem absoluten Profi zu tun, dem sie mit ihren herkömmlichen Ermittlungsmethoden nicht auf die Spur kommen. Also widmen sie ihre ganze Aufmerksamkeit zunächst den Opfern und versuchen, Gemeinsamkeiten unter den Toten zu finden. Außer, dass sie allesamt unter falscher Identität in Wien gelebt haben, fehlen zunächst jedoch weitere Anhaltspunkte. Die Ermittlungen nehmen erst an Fahrt auf, als Bibi und Moritz auf einen gemeinsamen Bekannten der Opfer stoßen, den auf Osteuropas Bürgerrechtsbewegungen spezialisierten Universitätsprofessor Nenad Ljubic (Miel Maticevic). Und nicht zuletzt scheint auch dem Mörder endlich ein Fehler unterlaufen zu sein: Eine weitreichende Verwechslung einer seiner Opfer führt Moritz und Bibi endlich auf eine erfolgversprechende Spur, von ungeahnter Tragweite...


Auch bei seinem zweiten Einsatz hat Regisseur Christoph Schlier einen gelungenen Zugang gefunden, die neue "Tatort"-Folge, nach einem Drehbuch von Mischa Zickler, umzusetzen. Schnitt, Drehorte und Bildsprache fügen sich zu einem stimmigen Ganzen zusammen - ohne dabei auf die gewohnte und beliebte Dynamik zwischen Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser verzichten zu müssen. "Natürlich ist es aber immer wieder eine Herausforderung, das geschriebene Wort in Bilder zu übersetzen, eine filmische Welt zu erschaffen und so die Geschichte zum Leben zu erwecken. Mir war es diesmal besonders wichtig, den doch recht düsteren Inhalt von ,Die Faust‘ atmosphärisch einzufangen", so der Regisseur. Und düster ist der neue "Tatort" in jedem Fall geworden. Auch, weil sich ein weiteres, weitaus persönlicheres Problem auftut, mit dem sich Bibi und Moritz konfrontiert sehen. Innerhalb der Mordkommission wird an der Aufstellung einer zweiten Abteilung gearbeitet, für die eine Leitung gesucht wird: "Nur mehr halb so viel Arbeit für dich, Moritz", erklärt Polizeichef Ernst Rauter (Hubert Kramar) gut gelaunt die geplanten Entwicklungen. Moritz sind diese aber eigentlich ziemlich egal, er hat schließlich einen Serienmörder zu fangen. Doch dann erfährt er, dass sich ausgerechnet Bibi für die Stelle bewerben möchte. "Es stürzt ihn in einen Zwiespalt der Gefühle. Zum einen ist er stolz, dass sie das so hervorragend macht, auf der anderen Seite ist er natürlich betrübt, dass Bibi gehen will. Denn es ist ja nicht nur eine Zweckgemeinschaft, sie verbindet auch eine tiefe Freundschaft", so Harald Krassnitzer über die emotionale Befindlichkeit, in der sich seine Filmfigur plötzlich wieder findet.

Moritz versteht einfach nicht, warum Bibi nicht mehr unter beziehungsweise mit ihm arbeiten möchte. Die findet wiederum, dass Moritz nicht immer alles auf sich beziehen solle, ihr gehe es hier vor allem ums Prinzip: "Auch eine Frau kann doch einmal eine Führungsposition bei der Polizei annehmen!" Kann es also tatsächlich sein, dass das Traum-Duo im neuen "Tatort" zum letzten Mal ermitteln wird? Vermutlich nicht. Denn der "Tatort: Die Faust" ist nicht die letze Folge aus Österreich, die es 2018 zu sehen geben wird:"Her mit der Marie" ist für den Herbst geplant.




Schlagwörter

Tatort, TV-Tipp

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-12 15:50:06
Letzte Änderung am 2018-01-17 17:11:07


Comicreader

Comics auf dem Schirm

Die Leseoberfläche... In der besten aller Welten gibt es ein standardisiertes Buchformat, und alle elektronischen Bücher sind damit kompatibel... weiter




Comic

Das Rätsel des 20. Jahrhunderts

Coversujet des "Fun"-Comics. - © avant-verlag Endlos aufsteigende Fassaden, gleichmäßig angeordnete Fenster, die Verästelungen stählerner Brückengeländer und Hochbahn-Konstruktionen: Die Ästhetik... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Am Ende wartet die Hölle
  2. Die Saloon-Türen schwingen wieder
  3. "Beleidigen ist zum guten Ton geworden"
  4. Fifty Shades of Crash
  5. "Ich fühle mich wie ein Kind"
Meistkommentiert
  1. Walter Hämmerle wird
    "WZ"-Chefredakteur
  2. Drama um Daniel Küblböck
  3. Punkt! .
  4. "Wiener Zeitung"-Geschäftsführer will "Gas geben"
  5. "Beleidigen ist zum guten Ton geworden"


Quiz


Tilda Swinton in einem Haute Couture Kleid des Designers Schiaparelli - das sich sogar in den Schuhen und Handschuhen optisch fortsetzt.

Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta. Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959.

Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand. Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.


Werbung