Franz Küberl muss den ORF-Stiftungsrat verlassen. Küberl bestätigte seinen Abgang der Tageszeitung "Standard". Der seit 1998 im obersten ORF-Gremium sitzende Küberl gilt als Stiftungsrat, der sich keinen Fraktionszwängen unterwarf und nicht an parteipolitischen Sitzungen im Vorfeld von Abstimmungen teilnahm. Laut "Standard" soll ihm der Präsident des Katholischen Familienverbandes, Alfred Trendl, nachfolgen. Trendl vertrat bis jetzt die Religionsgemeinschaften im ORF-Publikumsrat. Der Publikumsrat hat im Vergleich zum Stiftungsrat nur geringe Kompetenzen.

Damit würden fünf statt vier Regierungsmandate im Stiftungsrat der ÖVP nahestehen. Die vier ehemals von der SPÖ besetzten Mandate gingen nach dem Regierungswechsel an die FPÖ. Die FPÖ soll nach unbestätigten Informationen des "Standard" das bisher von der ÖVP besetzte Mandat des Landes Oberösterreich erhalten. Die ÖVP käme damit also auf 15 Mandate im Stiftungsrat, die FPÖ auf 9. Gemeinsam hätte die Bundesregierung mit 24 von 35 Stimmen eine Zweidrittelmehrheit, mit der sie ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz jederzeit absetzten könnten.