Wien. Immer wieder verwundert Facebook mit kuriosen Fällen von Zensur. Dieses Mal hat es die fast 30.000 Jahre alte Venus von Willendorf getroffen, wie das "Art Newspaper" berichtet. Die "Artivistin" Laura Ghilanda hatte ein Foto des Objekts aus dem Naturhistorischen Museums (NHM) in Wien auf Facebook gepostet. Doch das Bild wurde von der Plattform als pornografisch befunden und gelöscht.

Das NHM habe im Jänner auf den im Dezember stattgefundenen Vorfall reagiert und Facebook gebeten, dass die Venus weiterhin nackt bleiben dürfe. "Es gab noch nie eine Beschwerde unserer Besucher wegen der Nacktheit dieser Figurine", betont NHM-Chef Christian Köberl gegenüber dem "Art Newspaper". "Es gibt keinen Grund, die Venus von Willendorf zu bedecken und ihre Nacktheit zu verstecken. Weder im Museum noch in sozialen Medien."

In der Vergangenheit ist es immer wieder dazu gekommen, dass Facebook Bilder von vermeintlich pornografischen Kunstwerken zensiert hat. So hatte ein Lehrer aus Frankreich ein Foto von Gustave Courbets "L’Origine du monde" (Der Ursprung der Welt") - eine realistische Darstellung der weiblichen Genitalien - gepostet, woraufhin sein Account geschlossen wurde.

Facebook ist schon länger dem Vorwurf ausgesetzt, prüde zu sein: Bilder, die Nacktheit zeigen, werden entfernt - auch, wenn es sich bei den Bildern um Kunstwerke handelt. Nackte Körperteile seien der Plattform zufolge grundsätzlich obszön.