• vom 18.04.2018, 16:14 Uhr

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Update: 18.04.2018, 18:44 Uhr

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Warten auf den Streaming-Tsunami




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Von Bernhard Baumgartner

  • Das Privatradio feiert sein 20-jähriges Bestehen und will Streaming regulieren.


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Wien. In der Tat ist es etwas schwierig, ein passendes Datum zu finden, wenn man den peinlich und historisch fatal späten Start des Privatradios in Österreich feiern will. Denn es brauchte gleich mehrere Gesetze, Beschwerden, Höchstgerichtsbeschlüsse, Blockaden, Lobbying, Umgehungen und Piratensender-Initiativen, bis in Österreich endlich legales, privates Radio flächendeckend an den Start durfte. Die Details dieser mühsamen Geschichte sind so verwirrend und in ihrer Absurdität fast schon derart typisch für dieses Land, dass es den Rahmen dieses Textes sprengen würde, sie nachzuerzählen. Eine juristische Habilitationsschrift wäre wohl der bessere Rahmen zur Aufarbeitung dieses Kollektivversagens.

Und so begab es sich im Frühjahr 1998, dass sich eine ganze Flut neuer Sender auf den darauf überhaupt nicht vorbereiteten heimischen Hörer ergoss. Da die Anbieter nicht koordiniert auftraten, sendeten die meisten so ziemlich dasselbe Musikprogramm, genauer gesagt ein Segment, das Ö3 bereits gut besetzt hatte. Alle gegen Ö3 - so lautete die Devise. Ein schwerer Fehler freilich, den man schon vorher mit Nachdenken hätte vermeiden können. Quintessenz: Einige Sender gibt es heute noch, etliche nicht mehr.


Es ist aber auch relativ egal, denn es gibt in der Medienlandschaft dieser Welt ohnehin nichts Stabileres als den österreichischen Radiomarkt. Die Zahlen verändern sich Jahr um Jahr nur wenig. Ö3 ist noch immer unangefochten an der Spitze. In der Werbezielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kommt der ORF bei der Tagesreichweite insgesamt auf 53,6 Prozent (darunter 39,5 mit Prozent Ö3), die Privatradios insgesamt auf 36,6 Prozent, wobei das einzige bundesweite Privatradio Kronehit bei 16,4 Prozent liegt.

"Geglättete Zahlen"
In wieweit man den Zahlen des Radiotests nach der Aufregung um durch das Marktforschungsinstitut "geglättete" Zahlen zugunsten von Ö3 überhaupt noch Relevanz zubilligt, muss jeder selbst entscheiden. Tatsache ist, dass der Radiotest eben auch nur Marktforschung ist und sich die Frage stellt, wie aussagekräftig es ist, wenn man bei einer telefonischen Befragung durch ein Meinungsforschungsinstitut aus dem Gedächtnis aufsagen soll, welchen Radiosender man jüngst zu welcher Zeit gehört hat. Längst möglichen Formen der zeitgemäßeren, präziseren und damit den Werbekunden gegenüber ehrlicheren elektronischen Erfassung hat sich der Markt ja bisher verschlossen. Über die Gründe darf spekuliert werden. Man hat es sich offenbar mit den erhobenen Zahlen sehr gut eingerichtet und Systeme, mit denen alle zufrieden sind, haben auch hier ein gewisses Beharrungsvermögen.

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Schlagwörter

Medien, Radio

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Dokument erstellt am 2018-04-18 16:18:17
Letzte Änderung am 2018-04-18 18:44:09


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