• vom 18.04.2018, 16:30 Uhr

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Eiertanz um Datenschutz




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  • Facebook bleibt bei personalisierter Werbung - Eltern können mitentscheiden.

Menlo Park/EU. Auch die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die am 25. Mai in Kraft tritt, kann den Internet-Giganten Facebook nicht von seinem Geschäftsmodell der personalisierten Werbung abbringen. Hintergrund des allseitigen Eiertanzes um personalisierte Werbung ist der Skandal um die britische Firma Cambridge Analytica, die Daten von schätzungsweise 87 Millionen Facebook-Nutzern abgegriffen hat, um den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump zu unterstützen.

Laut der neuen DSGVO müssen Personen der Verarbeitung ihrer Daten zustimmen, was das Facebook-Geschäftsmodell zwar nicht unmöglich, wohl aber schwerfälliger macht. Facebook will ab dieser Woche nach und nach bei seinen 370 Millionen monatlichen Nutzern im EU-Raum die Erlaubnis für verschiedene Vorgehensweisen einholen. Man wird sich aber weiterhin nicht der gezielten Werbung entziehen können.


In einem anderen Bereich bewegt sich Facebook: Eltern von Nutzern unter 16 Jahren werden mitentscheiden können, ob die Teenager Informationen wie Religionszugehörigkeit oder politische Ansichten preisgeben. Die Eltern werden auch absegnen können, ob die Jugendlichen personalisierte Werbung auf Basis von Daten anderer Unternehmen angezeigt bekommen und ob sie angeben, an Personen welchen Geschlechts sie interessiert sind.

Die Gesichtserkennung
Das Mindestalter für die Nutzung von Facebook bleibt bei 13 Jahren. Facebook wird, wie gefordert, "angemessene" Anstrengungen unternehmen, um die nötige Zustimmung der Eltern zu verifizieren. Beispielsweise können die Jugendlichen deren E-Mail-Adresse angeben. Zugleich können auch nach bisheriger Praxis Nutzer aufgefordert werden, ihr Alter nachzuweisen, wenn es Hinweise gibt, dass sie jünger als 13 sind.

Mit dem Inkrafttreten der Datenschutzverordnung wird Facebook auch in Europa die Gesichtserkennungsfunktion zurückbringen, bei der Nutzer in Fotos automatisch markiert werden. Facebook hatte die Gesichtserkennung 2011 freigeschaltet, stieß dabei aber auf den Widerstand europäischer Datenschützer und stoppte die Funktion wieder. Jetzt soll die Gesichtserkennung erst nach ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer eingeschaltet werden. Für Nutzer im Alter unter 18 Jahren bleibt die Gesichtserkennung grundsätzlich ausgeschaltet.

Parallel dazu kündigt Russland, das eben mit der Sperrung des Nachrichtendienstes Telegramm begonnen hat, an, demnächst Facebook ins Visier zu nehmen. Facebook liege bezüglich der Einhaltung der entsprechenden Datenschutz-Gesetze bereits beträchtlich hinter der Zeit zurück. Bei Nichterfüllung der Kriterien stelle sich für die Aufsichtsbehörde die Frage der Sperrung.




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Dokument erstellt am 2018-04-18 16:36:16


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