• vom 14.05.2018, 16:02 Uhr

Medien

Update: 14.05.2018, 16:05 Uhr

Verbot

ORF blitzte mit Plänen für Flimmit, YouTube bei KommAustria ab




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Medienbehörde wies beide Anträge ab, ORF prüft Bescheide und verabschiedet sich von YouTube-Idee.

Sowohl mit seinen Plänen für einen YouTube-Channel als auch mit dem Vorhaben, aus Flimmit einen öffentlich-rechtlichen Bezahl-Streaming-Dienst zu machen, blitzte der ORF bei der KommAustria ab.

Sowohl mit seinen Plänen für einen YouTube-Channel als auch mit dem Vorhaben, aus Flimmit einen öffentlich-rechtlichen Bezahl-Streaming-Dienst zu machen, blitzte der ORF bei der KommAustria ab.© APAweb/REUTERS, Heinz-Peter Bader Sowohl mit seinen Plänen für einen YouTube-Channel als auch mit dem Vorhaben, aus Flimmit einen öffentlich-rechtlichen Bezahl-Streaming-Dienst zu machen, blitzte der ORF bei der KommAustria ab.© APAweb/REUTERS, Heinz-Peter Bader

Wien. Gleich zwei ablehnende Bescheide der Medienbehörde sind dem ORF dieser Tage ins Haus geflattert. Sowohl mit seinen Plänen für einen YouTube-Channel als auch mit dem Vorhaben, aus Flimmit einen öffentlich-rechtlichen Bezahl-Streaming-Dienst zu machen, blitzte er bei der KommAustria ab. Der ORF prüft beide Bescheide, verabschiedet sich aber vorerst von seinem YouTube-Vorhaben.

Seinen YouTube-Channel hatte der ORF im Februar vergangenen Jahres bei der Behörde eingereicht. Geplant war, Content wie die schon jetzt online verbreiteten Kompakt-Nachrichten, Sendungen, deren Ausstrahlung länger als sieben Tage zurückliegt, Archivmaterial und zusätzlich erstellte Inhalte auf der Video-Plattform herzuzeigen. Man wolle damit der gewandelten Mediennutzung Rechnung tragen und vor allem jüngeres, digital affines Publikum erreichen, schrieb der ORF damals in seinem Antrag.

Grundsätzlich ein Unterfangen, gegen das die Behörde nichts einzuwenden hat, "im Sinne einer wünschenswerten Auffindbarkeit öffentlich-rechtlicher Inhalte", wie sie am Montag in einer Aussendung schrieb. Eine "exklusive Kooperation des ORF mit YouTube" würde allerdings "andere vergleichbare Unternehmen diskriminieren". Und das verstoße gegen das ORF-Gesetz, so ein Haupt-Ablehnungsgrund der KommAustria. Außerdem könnte ein YouTube-Kanal die bestehende TVthek schwächen, meint sie. Zugleich gibt die dem ORF aber indirekt einen Tipp: Man könnte versuchen, eine Ausweitung der 7-Tage-Beschränkung für TVthek-Content zu beantragen, was eine weitere so genannte Auftragsvorprüfung durch die KommAustria bedeuten würde.

Diesen Hinweis begrüßt der ORF in einer Stellungnahme gegenüber der APA ausdrücklich. Die Entscheidung der Behörde nehme man zur Kenntnis und schaue sich den Bescheid genau an. "Allerdings wird das Projekt eines eigenen Youtube-Channels jetzt nicht mehr weiterverfolgt", heißt es am Küniglberg. Der ORF werde sich nun darauf konzentrieren, die für den Youtube-Channel vorgesehenen Features künftig im Rahmen der ORF-Onlineangebote zu realisieren.

Das Vorhaben, aus Flimmit eine öffentlich-rechtliche, kostenpflichtige Streaming-Plattform zu machen, sei rechtlich prinzipiell möglich, erklärte die Behörde zum zweiten Antrag, der aus dem Juli des Vorjahres stammt. Sie beanstandete aber das Finanzierungskonzept, das der ORF einreichte. Laut ORF-Gesetz müssen zusätzliche ORF-Online-Angebote das Kriterium der "wirtschaftlichen Tragbarkeit" erfüllen. Doch im Antrag bleibe "völlig unklar, wie groß der Anteil sei, der aus dem ORF-Programmentgelt einfließen müsste".

Diese Behördenentscheidung findet der ORF "bedauerlich auch für den Medienstandort Österreich", denn der wäre durch "die beantragte Weiterentwicklung von Flimmit" gestärkt worden, heißt es in der Stellungnahme des Öffentlich-rechtlichen. Die Ausführungen der Behörde werde man "genau analysieren und anschließend die weitere Vorgangsweise festlegen".

Erfreut zeigte sich der Verband der österreichischen Privatsender (VÖP), der beide ORF-Anträge scharf kritisiert hatte. "Die nun abgewiesenen Ansinnen des ORF waren ambitionierte Versuche, unliebsame gesetzliche Schranken zu umgehen und die eigene Dominanz im Markt noch weiter auszudehnen", erklärte Geschäftsführerin Corinna Drumm in einer Aussendung. "Beides hätte den ORF einen weiteren Schritt in Richtung Kommerz und weg vom Public-Value-Ziel geführt. Das ist aus unserer Sicht die falsche Richtung." In Hinblick auf die Medienenquete der Regierung im Juni forderte sie zudem eine klarere Definition der "Grenzen für den ORF".





Schlagwörter

Verbot, ORF, YouTube, Flimmit

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-14 16:03:19
Letzte Änderung am 2018-05-14 16:05:33


1922 - 2018

Comic-Legende Stan Lee ist tot

20181112Stan Lee - © APAweb / AFP, Getty, Rich Polk Los Angeles. Comic-Legende Stan Lee ist tot: Lee hatte in den 60er Jahren gemeinsam mit dem Marvel-Verlag das Superhelden-Genre revolutioniert... weiter




Mickey Mouse

Die Maus ohne Eigenschaften

20181109_Micky_Maus_wird_90 - © Disney 2018 Es ist nicht so einfach. Obwohl, eigentlich ist es sehr einfach. Das größte Problem der Micky Maus ist, dass sie keine Ente ist... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Egoisten bleiben sie allemal
  2. sand
  3. Die Tiefe des Meeres im Krieg
  4. Spielend gegen die Angst vorm Fremden
  5. Im Inselreich der Affekte
Meistkommentiert
  1. Lang lebe Europa!
  2. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
  3. Kritik an finnischem Rechts-Metal-Konzert in Wiener Club
  4. Weißes Haus verteidigt sich mit Fake-Video
  5. Schweigen im Blätterwald


Quiz


Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.


Werbung