• vom 15.05.2018, 16:58 Uhr

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Update: 15.05.2018, 17:09 Uhr

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Irgendwas mit Aliens




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Von Bernhard Baumgartner

  • Science-Fiction-Produktionen verzichten immer öfter auf wissenschaftliche Erklärungen ihrer erzählten Welt. Das ist für das Publikum unbefriedigend, oft sogar ein Ärgernis. Steckt eine neue Wissenschaftsfeindlichkeit dahinter?

"Annihilation" auf Netflix als frustrierendes Erlebnis: Alle Fragen bleiben offen. - © Netflix

"Annihilation" auf Netflix als frustrierendes Erlebnis: Alle Fragen bleiben offen. © Netflix

Im "Jurassic Park" war die Welt noch in Ordnung. Natürlich nicht für die Besucher, die dem wiederauferstandenen Tyrannosaurus Rex als leichter Zwischendurch-Snack gedient haben, sehr wohl aber beim Drehbuch dieses Klassikers der Science Fiction der Neunziger. Denn die Frage, wie es denn sein kann, dass vor Jahrmillionen ausgestorbene Dinos wieder auf Beutesuche gehen, wurde vom großartigen Richard Attenborough als Parkbesitzer in geradezu klassischer Art des Detektivfilms vermittelt. Setzte er doch die Besucher-Truppe in ein Kino-Auditorium, um die Genetik hinter seiner Schöpfung zu referieren. Sogar einen Animationsfilm hat man gemacht, um klarzustellen, wie man aus fossiler Dino-DNA lebensgroße Echsen für den Vergnügungspark züchtet. Sicher: Eine weit hergeholte Sache, aber Autor Michael Crichton hatte sich die Mühe gemacht, seinem Film eine wohldurchdachte wissenschaftliche Basis zu erfinden.

Denn das ist die Knochenarbeit des Drehbuchautors. Nicht die kühne Idee, die alle vom Hocker reißt, ist der schwierige Part, sondern die Verankerung der Geschichte in der Realität - sozusagen die goldene Brücke zur Gegenwart. Dass das in der heutigen Science-Fiction-Produktion nicht mehr selbstverständlich ist, zeigten gleich mehrere Produktionen der letzten Zeit wie "Cloverfield Paradoxon" oder "Interstellar".


In dieser Hinsicht den Vogel abgeschossen hat jedoch "Auslöschung" (Annihilation), die auf Netflix zu sehen ist. Die Handlung ist vielversprechend, taucht doch eine sich ausdehnende und durch eine schimmernde Wand begrenzte Zone an der US-Küste auf, in der die Grenzen von Physik und Biologie nicht mehr gelten. Schreckliche genetische Mutationen, die Menschen, Tiere und Pflanzen in Monster verwandeln, sowie eine fremde Intelligenz, die jene Menschen umbringt, die zur Aufklärung in die Zone geschickt wurden. Der Spannungsaufbau funktioniert großartig, die Dinge werden immer mysteriöser. Und am Ende erfährt man bloß, dass es wohl irgendwas mit Aliens zu tun hat. Keine einzige der brennenden Fragen wird beantwortet. Der Film lässt die Zuschauer völlig ratlos und frustriert zurück.

Bewusst vage bleiben
Auch in "Cloverfield Paradoxon" - eine komplizierte Geschichte im Multiversum, in das sich die Crew einer Raumstation durch ein Experiment selbst teleportiert hat, bleiben viele Fragen offen. Hier hat man sich zwar den Ansatz einer Erklärung zurechtgelegt, doch warum ein abgeschnittener Arm plötzlich ein intelligentes Eigenleben entwickelt, bleibt genauso offen wie viele andere narrative Elemente.

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Schlagwörter

Medien, Serien, Filme, Dramaturgie

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-15 17:03:49
Letzte Änderung am 2018-05-15 17:09:49



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