• vom 19.05.2018, 07:00 Uhr

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  • Netflix schickt die zweite Staffel von "Tote Mädchen lügen nicht" ins Netz.

Immer noch offen: die Frage nach dem Warum. Katherine Langford als Hanna und Dylan Minnette als Clay in "13 Reasons Why". - © netflix

Immer noch offen: die Frage nach dem Warum. Katherine Langford als Hanna und Dylan Minnette als Clay in "13 Reasons Why". © netflix

Wien. Es ist ein brisantes Thema, das sich Netflix für seine wohl umstrittenste Serie ausgesucht hat: Mobbing in der Schule, Gewalt unter Jugendlichen, der Suizid einer Minderjährigen: Kaum eine Serie hat im vergangenen Jahr für so viel Wirbel gesorgt wie "Tote Mädchen lügen nicht". Das intensive Netflix-Drama beschäftigte Politiker und Ärzteverbände. Am Freitag stellte der Streamingdienst 13 neue Episoden online.

Die erste Staffel erzählte die fiktive Geschichte der Schülerin Hannah Baker, die sich das Leben nimmt. Anschließend werden Kassetten gefunden, die an ehemalige Freunde, Mitschüler und Lehrer adressiert sind. Baker erklärt ihnen darauf detailliert, welche Mitschuld sie an ihrem Suizid haben. In Rückblenden erfahren die Zuschauer die Hintergründe. Es geht dabei um Mobbing, nicht erwiderte Liebe und Vergewaltigungen.


Die Serie wurde für Netflix zum großen Erfolg. In den sozialen Medien wurde zwischenzeitlich über "13 Reasons Why", so der Originaltitel, so viel diskutiert wie über keine Serie zuvor. Quoten gibt der US-Streamingdienst allerdings nicht bekannt. Während viele Medienkritiker das Drama positiv bewerteten, kam schnell Kritik an der detaillierten Suizid-Beschreibung in der finalen Episode der ersten Staffel auf.

"Je mehr von diesen Bildern gezeigt wird, desto größer ist das Potenzial, zum Nachahmen anzuregen", sagte damals etwa Ute Lewitzka von der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Der sogenannte Werther-Effekt, benannt nach Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werther", gilt heute unter Experten als belegt. In Neuseeland, einem Staat mit einer der höchsten Suizid-Raten unter Jugendlichen, reagierte die Medienaufsichtsbehörde. Teenager unter 18 durften die Serie nur noch im Beisein von Erwachsenen schauen. "Wir hoffen und glauben, dass das ehrliche Geschichtenerzählen die Erlebnisse der vielen, vielen jungen Erwachsenen und ihren Eltern ehrt, die mit diesen Themen konfrontiert sind", erklärt Neflix vor dem Start der zweiten Staffel. Man hoffe, dass dadurch über solche Probleme offen diskutiert werde.

Neues im Zeugenstand
In der Staffel, die erneut von der US-Sängerin Selena Gomez mitproduziert wurde, geht es um die Folgen von Bakers Suizid. Fünf Monate danach beginnt der Prozess, den die Eltern gegen die Schule angestrengt haben. Ehemalige Mitschüler und Peiniger müssen im Zeugenstand Auskunft über ihre Beziehungen zu dem toten Mädchen geben. Nicht nur der Baseball-Star der Schule muss fürchten, dass dabei seine dunklen Geheimnisse ans Tageslicht kommen. Die von Katherine Langford gespielte Baker tritt erneut in Rückblenden und in Tagträumen ihres damaligen Mitschülers Clay Jensen (Dylan Minnette) auf. Dem wird zu Beginn der Staffel ein mysteriöses Polaroid zugespielt, welches andeutet, dass Hannahs Geschichte nicht vergessen ist und auch nicht die Einzige an der High School war.

Netflix zeigt vor der ersten neuen Folge einen Clip, in dem die Darsteller vor dem Serienstoff - sexuelle Übergriffe, Drogenmissbrauch und Selbstmord - warnen. "Wenn ihr selbst mit diesen Themen zu kämpfen habt, ist die Serie vielleicht nicht die richtige für euch oder ihr solltet sie mit einem vertrauten Erwachsenen schauen." Auf der Webseite https://13reasonswhy.info haben die Macher einen Gesprächsleitfaden und Kontaktadressen veröffentlicht.




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Medien, Fernsehen

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Dokument erstellt am 2018-05-18 17:21:52


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