• vom 22.05.2018, 11:47 Uhr

Medien

Update: 22.05.2018, 13:56 Uhr

Demokratie

Unabhängiger ORF, mehr Partizipation und Förderung freier Medien




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Von WZ Online

  • Bei der Medienkonferenz #mediana18 wurde diskutiert, wie Medien zur Stärkung der Demokratie beitragen können.

Das ORF-Radiokulturhaus in Wien

Das ORF-Radiokulturhaus in Wien© APAweb / Georg Hochmuth Das ORF-Radiokulturhaus in Wien© APAweb / Georg Hochmuth

Linz. Freie Medien sollen auch in Zukunft Teil der österreichischen Medienlandschaft sein, und öffentlicher Zugriff zum ORF-Archiv sei durchaus vorstellbar. Das waren zwei der zentralen Positionen, die am vergangenen Pfingstwochenende bei der #mediana auf den Podien vertreten wurden. Im Zentrum der Konferenz zu Medien, Kultur & Demokratie stand die Frage, wie Medien zur Stärkung der Demokratie beitragen können.

Dazu diskutierten an der Kunstuni Linz Vertreterinnen und Vertreter von Medien, Zivilgesellschaft und Politik. Die Themen umfassten den Wandel der linearen Mediennutzung, den oft schwierigen Umgang mit Plattformen wie Facebook und YouTube sowie die zukünftige Gestaltung des Public Value Auftrags und entsprechende Regulierung.

Information

Unter dem Titel "Public Open Spaces" fand am 19. Mai die #mediana18 in Linz statt. Am 18. Mai fand der "Open Commons Congress" statt. Beide Veranstaltungen waren Teil der medienpolitischen Pfingsten

Drozda: "ORF-Gebühren sind entscheidend für Unabhängigkeit"

Thomas Drozda, Mediensprecher der SPÖ, wies mit Nachdruck darauf hin, dass Gebührenfinanzierung eine entscheidende Frage der Unabhängigkeit ist. Die Öffnung des ORF-Archivs wünscht sich Susanne Fürst, Nationalratsabgeordnete der FPÖ, und forderte: Der ORF sei "von seinen Fesseln im Online -Bereich zu befreien und Beschränkungen wie die 7-Tage-Frist aufzuheben".

Niss sichert freien Medien Förderung zu

"Freie Medien sind definitiv ein wichtiger Player in der österreichischen Medienlandschaft, gerade wenn es um das Thema Pluralität geht", so Therese Niss von der ÖVP,  die davon sprach, dass freie Medien "definitiv weiter gefördert werden". Neben der qualitativ hochwertigen Berichterstattung sei diesbezüglich jedenfalls auch der Bereich der Medienkompetenzen die dort vermittelt werden zu erwähnen, sagte Severin Mayr von den Grünen.

Leonhard Dobusch vom Internet-Fernsehrat ZDF plädierte für ein neues Verständnis von öffentlichem Kommunikationsraum durch Kooperationen etwa zwischen ORF, wikipedia und dem Cultural Broadcasting Archive der Freien Radios in Public Open Spaces.

Zivilgesellschaftlich organisierte ORF-Publikumsratssitzngen 

Die Fernsehjournalistin Corinna Milborn, die bei der Konferenz als Key-Note-Speakerin auftrat, sprach sich für eine Regulierung von Facebook und YouTube und die Schaffung neuer Plattformen aus. Erich Fenninger, ehemaliger Publikumsrat des ORF, zeigte sich besorgt um die Unabhängigkeit des ORF und warnte vor politischen Eingriffen. Er schlägt zivilgesellschaftlich organisierte Publikumsratssitzungen vor.

Mehr Diversität und Kooperationen sind gefragt 

Vanessa Spanbauer, Chefredakteurin des black-Austrian-Lifestyle-Magazins freshzine vmachte deutlich, dass Menschen mit Migrationshintergrund als Journalistinnen in österreichischer Massenmedien praktisch nicht vorkommen und von diesen deshalb auch nicht rezipiert werden. Die über freie Medien ermöglichte mediale Teilhabe als public service wurde von Helga Schwarzwald, Geschäftsführerin vom Verband freier Radios durch den vorliegenden public value Bericht der freien Medien präsentiert.

Die Online-Journalistinnen Bettina Figl (Wiener Zeitung) und Barbara Wimmer (Kurier futurezone) diskutierten, wie neue Technologien die Rolle von Journalistinnen und Journalisten verändert haben und inwiefern Transparenz und Offenlegung der Quellen zur Rückgewinnung von Vertrauen in Medien führen kann. Sie schlugen vor, Leserinnen und Leser in den Prozess der Medienproduktion stärker einzubinden ("crowd-sourcing"). In Zeiten geringerer finanzieller Ressourcen wäre es wichtig, dass (konkurrierende) Medienhäuser, aber auch Journalistinnen und Journalisten auf individueller Eben, enger zusammenarbeiten um weiterhin Qualitätsjournalismus zu ermöglichen. Als mögliche Maßnahme zur Stärkung der Medienkompetenz und folglich der Demokratie im Land nannte Figl Kooperationen zwischen Medien und Schulen.

Medienenquete Anfang Juni

Niss von der ÖVP betonte, Ziel sei es, künftig "größer zu denken". Genau dieser Diskurs werde mit der Medienenquete Anfang Juni gestartet. "Wir wollen alle einbeziehen. Jede Antwort ist willkommen", so die ÖVP-Politikerin.





Schlagwörter

Demokratie, Medien

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-22 11:56:57
Letzte Änderung am 2018-05-22 13:56:39


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