Wien. 25 Jahre ist es her, dass "Jurassic Park" eine ganze Generation von Buben nachhaltig verzückte: Nie waren Dinos so echt und beeindruckend auf der Leinwand zu sehen wie im Frühsommer 1993. US-Paläontologe und Dinosaurier-Experte Jack Horner erinnert sich noch gut an den Sommer. Immerhin hatte er die Filmteams in der Produktion beraten und die allergrößten wissenschaftlichen Dummheiten der Filmemacher verhindert. "Die Wissenschaft ist heute natürlich weiter, aber damals war das korrekt", gesteht er das für die heutige Forschung schon wieder veraltete Bild der Echsen ein. Für Horner hatte der Film sozusagen eine personelle Dividende. "Der Film hat viele Diplomanden in mein Labor gespült - unter ihnen ein paar der besten Wissenschafter, die ich unterrichten durfte", sagte Horner kürzlich in einem Interview mit "Nature".

Doch bei aller Forschung: Von dem im Film gezeigten Ziel, Dino-Blut aus einer in Bernstein gefangenen Mücke zu holen und dann einen Dinosaurier zu klonen, ist man heute genauso weit entfernt wie damals. Zwar hat sich die Gentechnik massiv weiterentwickelt (man kann mittlerweile - laienhaft gesagt - DNA nicht nur lesen, sondern auch schreiben), doch es fehlt am Entscheidenden: Dinosaurier-DNA. Man muss sich das Klonen, wie es in "Jurassic Park" erzählt wird, vorstellen wie einen Kopierer: ohne Vorlage keine Kopie. Und die Vorlage haben wir von den Dinos leider nicht. Und man wird sie wohl auch niemals haben.

Der Grund dafür ist einfach: Die Erbsubstanz, die DNA, ist ein ganz dünnes empfindliches Gebilde, eine lange filigrane Molekülkette. Bisher gibt es keinen wissenschaftlich haltbaren Beweis, dass die länger als ein paar zehntausend Jahre überdauert. Sie aus einem toten, fossilen Körper zu gewinnen, ist bisher nicht möglich. Selbst bei tiefgefrorenen Mammuts aus dem russischen Permafrost hat man bisher noch keine brauchbaren Ergebnisse erhalten - und die sind erst seit maximal 4000 Jahren ausgestorben. Beim Quagga, einer Zebra-Art, die 1880 ausgestorben ist, hat man es geschafft, das Genom zu sequenzieren. Die Hoffnung stirbt also - in diesem Fall sogar sprichwörtlich - zuletzt.

Zerstörerische Strahlung

Für Dino-DNA hätte das Erbgut jedoch minimum 65 Millionen Jahre erhalten bleiben müssen. Die meisten Forscher halten das für unmöglich. Forscher der Western Australia’s University zeigten, dass DNA maximal 6,3 Millionen Jahre lang stabil bleibt. Im Blut einer eingeschlossenen Mücke aus der Kreidezeit nach Erbgut zu suchen, ist damit hinfällig, da diese von der Strahlung so zerstört ist, dass nur ein Kohlehaufen bleibt. Auch ein Stück einer Schwanzspitze, exzellent in Bernstein erhalten und an sich ein idealer Kandidat für Dino-DNA, enttäuschte: außer Kohlen nichts zu holen, sozusagen.