• vom 13.06.2018, 11:26 Uhr

Medien

Update: 13.06.2018, 12:29 Uhr

Gerichtsbeschluss

AT&T darf Time-Warner kaufen




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, dpa

  • Der Telekomkonzern will den Zusammenschluss bis 20. Juni über die Bühne bringen.

Der Zusammenschluss wurde gegen die Klage der US-Regierung genehmigt.

Der Zusammenschluss wurde gegen die Klage der US-Regierung genehmigt.© APAweb/ Reuters, Dado Ruvic/ Illustration Der Zusammenschluss wurde gegen die Klage der US-Regierung genehmigt.© APAweb/ Reuters, Dado Ruvic/ Illustration

Dallas/New York. Die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner durch den Telekomriesen AT&T ist trotz Widerstands der US-Regierung genehmigt worden. Der zuständige Richter Richard Leon entschied am Dienstag in Washington, dass der rund 85 Milliarden Dollar (72,09 Mrd. Euro) schwere Mega-Deal nicht gegen US-Wettbewerbsrecht verstoße.

Zuvor hatten die Parteien in einem sechswöchigen Gerichtsprozess ihre Argumente vorgebracht - dass Unternehmen solche Auseinandersetzungen mit der US-Regierung wagen, kommt nur sehr selten vor. Für die Regierung von US-Präsident Donald Trump ist die Entscheidung des Gerichts eine herbe Niederlage - sie hatte gegen den Zusammenschluss geklagt. Die Kartellwächter hatten befürchtet, dass die gebündelte Marktmacht von AT&T und Time Warner durch Nachteile für Rivalen und Kunden dem Wettbewerb und den Verbrauchern schadet. Das Justizministerium habe dies aber nicht ausreichend belegt, befand Richter Leon. Das Gericht winkte die Fusion ohne Auflagen durch.

US-Regierung kann Einspruch einlegen

US-Präsident Trump dürfte das ganz und gar nicht gefallen. Er hatte sich persönlich gegen den Deal und die Übernahme von Time Warner ausgesprochen, dessen Nachrichten-Flaggschiff CNN häufig kritisch über ihn berichtet, bereits während seines Wahlkampfs aufs Korn genommen. Die Fusion würde eine zu große Machtfülle in zu wenigen Händen bedeuten und stehe exemplarisch für "jene Machtstrukturen, die ich bekämpfe", hatte Trump bei einer Rede gesagt und angekündigt, sie im Fall eines Wahlsieges zu verhindern.

Die Regierung kann Berufung gegen das Urteil einlegen, der Richter warnte jedoch, sich das gut zu überlegen. Das Justizministerium teilte zunächst nur mit, enttäuscht über die Entscheidung zu sein. Man werde die Begründung des Gerichts prüfen und die nächsten Schritte abwägen. Die Kartellrechtsklage hatte auch deshalb für Aufsehen gesorgt, weil AT&T und Time Warner vom Geschäftsmodell her keine direkten Konkurrenten sind. Solche "vertikalen" Fusionen gelten wettbewerbsrechtlich eigentlich traditionell als weniger bedenklich.

Eine der wichtigsten kartellrechtlichen Entscheidungen seit Jahren

Ursprünglich hatte der im Oktober 2016 beschlossene Zusammenschluss von AT&T und Time Warner schon Ende 2017 über die Bühne sein sollen, wegen der Klage des Justizministeriums kam er in die Warteschleife. Das Urteil von Richter Leon gilt als eine der wichtigsten kartellrechtlichen Entscheidungen seit Jahren, künftige Fusionen und Übernahmen in den USA könnte sie maßgeblich beeinflussen. Laut US-Medien will nun etwa der Kabelkonzern Comcast dem Entertainment-Riesen Disney bei seinem geplanten Kauf großer Teile des Rivalen Fox mit einem eigenen Angebot dazwischengrätschen.

AT&T zeigte sich in einem Statement hochzufrieden über den Erfolg vor Gericht - die Klage der Regierung sei nach einem fairen Prozess "kategorisch zurückgewiesen" worden. Die Fusion solle nun bis zum 20. Juni abgeschlossen werden. Zu Time Warner gehören neben CNN unter anderem der Pay-TV-Sender HBO ("Game of Thrones") und das berühmte Hollywood-Studio Warner Bros. Durch den Zusammenschluss kommen Produktion und Übermittlung von Medieninhalten unter ein Dach. AT&T positioniert sich mit dem Vorstoß in die TV- und Filmwelt im boomenden Streamingmarkt und wird unabhängiger vom Mobilfunkgeschäft.





Schlagwörter

Gerichtsbeschluss

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-13 11:26:59
Letzte Änderung am 2018-06-13 12:29:27


Comic

Essstörung und Abnabelung

Gezeichnet hat sie es schon vor mehr als einem Jahrzehnt, jetzt ist es bei Luftschacht erschienen: Das autobiografische Comicdebüt "Blad" der... weiter




Zeichentrick

Zeichnendes Poesievögelchen

20180323SARGNAGEL - © APAweb / Georg Hochmuth Plötzlich saß sie im Rampenlicht. Stefanie Sargnagel beim renommierten Bachmann-Preis-Wettlesen in Klagenfurt. Die so oft als Beisl-, Facebook-... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Versungen und vertan"
  2. "Dem wilden Denken Raum geben"
  3. Neugierige Steine
  4. Kristoffersons große Erzählung
  5. Onkel Wanjas Reizwörter
Meistkommentiert
  1. Viel internationales Lob für Armin Wolf
  2. Liebesgrüße aus der Lederhose
  3. "Zukunftsentscheidend und schicksalhaft"
  4. Religionen machtlos halten
  5. Mediale Landschaftspflege


Quiz


Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.

Eleni Foureira aus Zypern während ihres Probe-Auftritts in Lissabon.  Fritz G. Mayer, Fritz Wotruba, Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit, Außenansicht, Wien 23, 1974–1976.

Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017.  Romy Schneider wurde am 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien geboren. Die Schauspielerei ist ihr in die Wiege gelegt geworden: Ihre Eltern und sogar ihr Ururgroßvater waren Schauspieler. Ihren Künstlernamen verwendete sie kurz nach ihrer ersten Filmrolle in den 1950ern.


Werbung