• vom 13.06.2018, 15:59 Uhr

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Telekom frisst Medien: Neuer Megakonzern in den USA




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  • Der Telekomriese AT&T darf trotz Trump-Kritik Time Warner übernehmen.

Dallas. Die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner (CNN, HBO) durch den Telekomriesen AT&T ist trotz Widerstands der US-Regierung genehmigt worden. Der zuständige Richter Richard Leon entschied am Dienstag in Washington, dass der rund 85 Milliarden Dollar schwere Mega-Deal nicht gegen US-Wettbewerbsrecht verstoße.

Zuvor hatten die Parteien ihre Argumente vorgebracht - dass Unternehmen solche Auseinandersetzungen mit der US-Regierung wagen, kommt nur sehr selten vor. Für die Regierung von US-Präsident Donald Trump ist die Entscheidung des Gerichts eine herbe Niederlage - sie hatte gegen den Zusammenschluss geklagt. Die Kartellwächter hatten befürchtet, dass die gebündelte Marktmacht von AT&T und Time Warner durch Nachteile für Rivalen und Kunden dem Wettbewerb und den Verbrauchern schadet. Das Justizministerium habe dies aber nicht ausreichend belegt, befand Richter Leon. Das Gericht winkte die Fusion durch.


"Zu viel Machtfülle"
US-Präsident Trump dürfte das ganz und gar nicht gefallen. Er hatte sich persönlich gegen den Deal und die Übernahme von Time Warner ausgesprochen, dessen Nachrichten-Flaggschiff CNN häufig kritisch über ihn berichtet, und bereits während seines Wahlkampfs aufs Korn genommen. Die Fusion würde eine zu große Machtfülle in zu wenigen Händen bedeuten und stehe exemplarisch für "jene Machtstrukturen, die ich bekämpfe", hatte Trump gesagt.

Die Regierung kann Berufung gegen das Urteil einlegen, der Richter warnte jedoch, sich das gut zu überlegen. Das Justizministerium teilte zunächst nur mit, enttäuscht über die Entscheidung zu sein. Man werde die Begründung des Gerichts prüfen und die nächsten Schritte abwägen. Die Kartellrechtsklage hatte auch deshalb für Aufsehen gesorgt, weil AT&T und Time Warner vom Geschäftsmodell her keine direkten Konkurrenten sind. Solche "vertikalen" Fusionen gelten wettbewerbsrechtlich eigentlich traditionell als weniger bedenklich.

Ursprünglich hatte der im Oktober 2016 beschlossene Zusammenschluss von AT&T und Time Warner schon Ende 2017 über die Bühne sein sollen. Das Urteil gilt als eine der wichtigsten kartellrechtlichen Entscheidungen seit Jahren, künftige Fusionen und Übernahmen in den USA könnte sie maßgeblich beeinflussen. Der Kabelkonzern Comcast könnte Disney nun bei seinem geplanten Kauf großer Teile von Fox dazwischen grätschen.




Schlagwörter

Medien, USA, Warner

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Dokument erstellt am 2018-06-13 16:04:20


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