• vom 13.06.2018, 15:58 Uhr

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Update: 13.06.2018, 16:19 Uhr

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  • Morawa schließt mit Jahresende seinen Pressevertrieb - nun sind Alternativen gesucht.

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Wien. (bau) Die überraschende Ankündigung von Morawa, seinen Zeitungs- und Zeitschriftenvertrieb mit Ende 2018 einzustellen, sendet weiterhin Schockwellen durch die Branche. Morawa beliefert Trafiken, Tankstellen und andere Verkaufspunkte mit Presseprodukten. Das sei jedoch nach einem Millionenverlust 2017 kein valides Geschäftsmodell mehr, heißt es bei Morawa.

Branchenbeobachter gehen indessen davon aus, dass der Pressegroßvertrieb Salzburg (PGV) die Marktanteile Morawas übernehmen wird. Viele kleinere Magazinverlage sind bereits seit längerem beim PGV - da dieser, anders als Morawa, keine Vertriebspauschale verrechne, sondern nur einen Anteil am Verkaufspreis. Allerdings sind PGV und Morawa laut Firmenbuch verbunden. PGV und Morawa haben laut Firmenbuch eine 50:50-Tochter, die die Presselogistik für beide erledigt. Das sei jedoch kein Problem, meinen optimistische Branchenkenner. Man gehe davon aus, dass Morawa sich aus dieser Beteiligung zurückziehen werde. Wer sie übernimmt, ist unklar. Fix ist der Ausstieg jedoch nicht und so könnte Morawa auch nach dem Rückzug am Geschäft mit seinen Ex-Kunden partizipieren.

Auch beim Verein Österreichischer Zeitungsverleger (VÖZ) beruhigt man. "Wir werden mit Sicherheit bis zum Jahresende eine alternative Lösung gefunden haben", sagte VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger. Antworten seien aber rasch zu finden.

"Infrastruktur für Demokratie"

Dann könnten "Zeitungen und Magazine am Point of Sale, also Trafik, Kiosk, Supermärkte, Tankstellen, auch weiterhin verfügbar" sein, "weil wir der Überzeugung sind, dass das eine Art der Infrastrukturleistung ist, im Sinne auch der Demokratie", so Grünberger. Ein großes Geschäft sei der Einzelhandel nicht, er mache nur fünf Prozent des Verkaufs aus. Zeitungen würden überwiegend über Abos an den Kunden gebracht, bekräftigte Grünberger.

Eine Alternative wäre, dass Verlage künftig selbst ausliefern, sagte VÖZ-Geschäftsführer Grünberger. Bei weniger Anbietern könnten die Preise für den Vertrieb prinzipiell steigen. "Wenn es eklatant teurer wird, wird man sich etwas überlegen müssen. Aber ich geht jetzt zum heutigen Zeitpunkt nicht zwingend von einer Preiserhöhung aus." Möglich wäre auch, dass die Verleger eine Vertriebsfirma gründen, die dann als Dienstleister auch für Magazinverlage auftritt. Das wäre ein Beispiel für die "neue Kooperation", die als politische Maxime für die Zukunft ausgegeben wurde. Beim Salzburger Pressegroßvertrieb PGV Austria laufen gerade die Telefone heiß, sagte Vertriebsleiter Florian Kraus. "Wir sind für alle Gespräche offen, die ersten Gespräche laufen auch schon, die ersten Kontaktaufnahmen sind erfolgt." Man könne das Geschäft von Morawa übernehmen. "Natürlich müssen wir organisatorisch da auch die einen oder anderen Stellschrauben drehen. Aber wir werden es sicherlich stemmen."

Jährliche Kündigungen

2016 wurde beim Morawa Pressevertrieb erstmals ein negatives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von minus 2,64 Millionen. Euro verzeichnet. 2015 hatte es noch minimal positives EGT gegeben. Kein Vergleich zu den Jahren zur Mitte der 2000er Jahre, als Millionengewinne möglich waren. Zuletzt arbeiteten noch 69 Personen bei Morawa. Seit dem Höchststand im Jahr 2006 mit 423 Mitarbeitern wurde jährlich abgebaut.





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Medien, Morawa

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Dokument erstellt am 2018-06-13 16:04:24
Letzte Änderung am 2018-06-13 16:19:12


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