Philadelphia. Der US-Kabelkonzern Comcast hat ein verbessertes Angebot für große Teile von Rupert Murdochs Medienimperium 21st Century Fox abgegeben und damit einen möglichen Bieterkampf mit dem Unterhaltungsriesen Disney eröffnet. Das neue Angebot beträgt 35 Dollar (29,75 Euro) je Fox-Aktie. Damit würde sich eine Gesamtbewertung von rund 65 Milliarden Dollar ergeben. Eigentlich hatte sich Disney schon mit Fox auf einen Kaufpreis von 52 Milliarden Dollar geeinigt.

Dafür sollte der Großteil des Film- und Fernsehgeschäfts des Murdoch-Konzerns den Besitzer wechseln. Der Medienmogul will nur sein Nachrichten-Flaggschiff Fox News und den größten Sportsender behalten, beide sollen vom Rest des Unternehmens in eine neue Gesellschaft abgespalten werden. Fox teilte nach Veröffentlichung des Angebots mit, zwar weiter an die Fusionsvereinbarung mit Disney gebunden zu bleiben, das "unerbetene" Angebot von Comcast aber dennoch sorgfältig prüfen zu wollen. Es sei bisher noch keine Entscheidung gefallen, ob ein für den 10. Juli angesetztes außerordentliches Aktionärstreffen verschoben werde, bei dem über den Deal mit Disney abgestimmt werden soll.

Schon einmal gescheitert


Comcast war zuvor schon einmal mit einem deutlich höheren Angebot als Disney abgeblitzt, das soll aber auch maßgeblich an kartellrechtlichen Bedenken gelegen haben. Nachdem am Dienstag ein US-Gericht die Übernahme des Fox-Rivalen Time Warner durch den Telekom-Giganten AT&T gegen den Widerstand der US-Regierung durchgewunken hat, sieht die Sache nun anders aus. Comcast wirbt jetzt bei Murdoch und den Fox-Aktionären mit einem etwa 19 Prozent höheren Angebot als Disney und will zudem - anders als der Micky-Maus-Konzern - komplett bar bezahlen. Nun wird mit Spannung erwartet, wie Disney und Fox reagieren.