• vom 15.06.2018, 16:08 Uhr

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Update: 22.06.2018, 13:19 Uhr

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Von Barbara Dürnberger

  • Arte widmet dem Thema Archäologie am Samstag einen vielschichtigen Thementag.



Das Erlöschen von Imperien: der Untergang Angkors.

Das Erlöschen von Imperien: der Untergang Angkors.© Arte France/Iliade Productions Das Erlöschen von Imperien: der Untergang Angkors.© Arte France/Iliade Productions

Dr. Henry Walton Jones Jr. gilt als der Superstar unter den Archäologen und hat die Bedeutung und den Ruf seiner Berufsgruppe ab den 1980er Jahren maßgeblich geprägt. Eine Leistung, die umso bemerkenswerter ist, weil er nie gelebt hat. Bei dem 1899 in New Jersey geborenem Wissenschafter handelt es sich um eine fiktive Figur, die der Welt unter dem Spitznamen Indiana Jones geläufig ist. Seine Abenteuer entstammen der regen Fantasie von Drehbuchautoren, sein Kampf um die Erhaltung von so manch bedeutendem Kulturgut, wird im wahren Leben von den Vereinten Nationen und der Unesco geführt.

Die berühmte und erfolgreiche Filmreihe "Indiana Jones" - 2020 soll der fünfte Teil in die Kinos kommen - hat uns dennoch gelehrt, wie spannend Archäologie eigentlich sein kann. Und wie wichtig ihre Erkenntnisse für die Gegenwart sind. Deshalb lädt der Kunst- und Kultursender Arte seine Zuschauer am Samstag zu einer Entdeckungsreise ein, die auf den Spuren untergegangener Zivilisationen von Europa nach Asien, von Afrika bis nach Südamerika führt. Ab dem Vormittag bestimmt der Thementag: "Archäologie" (Sa., ab 11.15 Uhr, alle Arte) das Programm, das mit der Reihe "Abenteuer Archäologie" (Sa., 11.15 Uhr) beginnt und erst am späten Abend mit der Dokumentation "Archäologie 2.0 - Mit Hightech auf Spurensuche" (Sa., 22.35 Uhr), in der Susanne Brahms Archäologenteams auf ihrer Reise in die virtuelle Vergangenheit begleitet, endet.


Ein weiteres Highlight bietet die zweiteilige Dokumentation "Das Erlöschen von Imperien" (Sa., ab 14.55 Uhr). Teil eins geht unter anderem der Frage nach, wie ein derart mächtiges Reich wie das alte Ägypten untergehen konnte. War es der Mangel an Rohstoffen? Eine Naturkatastrophe? Oder vielleicht der fehlende technische Fortschritt, der die Hochkultur dieser einst so mächtigen Zivilisation in die Knie gezwungen hat? Diese Frage stellt sich auch in Bezug auf den Untergang von Angkor. Jene Stadt, die früher als gewaltige vorindustrielle Siedlung und Metropole des Khmer-Imperiums galt.

Der zweite Teil blickt ebenfalls auf das bisherige Scheitern großer Imperien zurück, versucht jedoch, daraus Schlüsse für die Gegenwart zu ziehen. Immer mehr Experten suchen mittlerweile in der Zivilisationsgeschichte nach Anhaltspunkten, die kommende Krisen vorausahnen lassen, und können dabei auf ein großes Repertoire zurückgreifen. Denn über eine Tatsache sind sich alle einig: Notstände, Unruhen oder Katastrophen sind keine räumlich und zeitlich abgegrenzten Launen einzelner Epochen, sondern globale, wiederkehrende Phänomene.

Der Hauptabend ist an diesem Thementag sodann einem besonderen Wissenschafter gewidmet, der im 18. Jahrhundert gelebt und Pionierarbeit auf dem Gebiet der Archäologie geleistet hat. Johann Winckelmann gilt nicht nur als Begründer der wissenschaftlichen Archäologie, sondern auch als "Vater der Kunstgeschichte". Die Dokumentation "Der erotische Blick - Johann Winckelmann" (Sa., 20.15 Uhr) zeichnet das Leben des Forschers nach, dessen Credo "Edle Einfalt und stille Größe" auch nachweislich den Klassizismus inspirierte. Noch heute ist sein Einfluss spürbar, denn er war es, der inmitten der Epoche des opulenten Barocks auf einmal die Kunst und auch die Lebensweise der alten Griechen und Römer wiederentdeckte und deren Nachahmung empfahl. Seine Schriften zeugen von Tiefsinn und Eleganz, sein Leben selbst, das er als Sohn eines armen Schusters in Stendal begann, verstand er vollends auszukosten. Bis zu jenem verhängnisvollen Tag in Triest, als Johann Winckelmann mit nur 50 Jahren Opfer eines Raubmordes wurde.

Anschließend geht die Reise weiter in eine Stadt, deren unglaubliche Geschichte an einem solchen Thementag auf keinen Fall fehlen darf: Pompeji - die antike Stadt am Fuße des Vesuvs. In dem Dokumentarfilm "Pompeji, in Stein verewigt" (Sa., 21.05 Uhr) besuchte Ian A. Hunt die berühmte Stätte und dokumentierte die dort stattfindenden aufwendigen Forschungs- und Restaurierungsarbeiten, die rekonstruieren sollen, wie der Alltag vor dem verheerenden Vulkanausbruch ausgesehen hat. Mit modernster Technik soll die Stadt, die der Vesuv im Jahr 79 n. Chr. unter einer Schicht von Asche begrub, zum Leben erweckt werden.




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Medien, Fernsehen

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-15 16:13:25
Letzte Änderung am 2018-06-22 13:19:34


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