• vom 23.06.2018, 13:00 Uhr

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Von Barbara Dürnberger

  • Regisseur und Drehbuchautor Harald Sicheritz feiert seinen 60. Geburtstag. Der ORF gratuliert mit einem Schwerpunkt.

Klassiker: MA 2412 in der Regie von Harald Sicheritz. - © orf

Klassiker: MA 2412 in der Regie von Harald Sicheritz. © orf

Seine Dissertation trägt den durchaus passenden Titel "Wie unterhält das Fernsehen?". Darüber lediglich zu schreiben, war Harald Sicheritz aber offenbar nicht genug. Und so folgten auf die Theorie irgendwann auch praktische Beispiele. Filme, die in Österreich Kultstatus genießen und ihn selbst zu einem Kultregisseur machten. Wie so viele vor ihm, kam aber auch Harald Sicheritz erst über Umwege zum Film. Ein Nebenjob als Kabelträger beim ORF bildet den Anfang seiner erfolgreichen Karriere. Er durchläuft viele Stationen, arbeitet sich zum Redakteur hoch, gestaltet das TV-Magazin "Ohne Maulkorb" und ist nebenbei als freier Journalist tätig.

Ende der 1980er Jahre beginnt eine schwere Zeit für Harald Sicheritz: Mit nur 30 Jahren erkrankt er an Knochenkrebs. Die Krankheit verlangt ihm viel ab. Am Ende gewinnt er allerdings den Kampf und hat von nun an das klare Ziel vor Augen, Kino machen zu wollen. Er besucht Filmseminare und absolviert eine Regieausbildung am renommierten Film Institute in LA.


Der Besuch der Uraufführung eines Bühnenstücks sollte 1991 schließlich den Beginn seiner Filmkarriere markieren. Der Name des Stücks: "Muttertag". Die damals noch wenig bekannten Autoren: Alfred Dorfer und Roland Düringer. Sicheritz ist begeistert von dem Stück und schlägt vor, einen Film daraus zu machen. Mit wenig Budget und wenig Erfahrung auf beiden Seiten wird das Projekt umgesetzt und kommt 1993 schließlich in die Kinos. Die schwarze Komödie wird zu einem großen Erfolg und gilt heute als Kultfilm, aus dem geschätzt die Hälfte der österreichischen Bevölkerung aus dem Stegreif Dialoge rezitieren kann.

Mit "Hinterholz 8", der mit über 600.000 Besuchern noch heute die Liste der erfolgreichsten österreichischen Kinofilme anführt, "Poppitz" oder "Wanted" sichert sich Harald Sicheritz in den 1990er Jahren seinen Ruf als einer der bedeutendsten Regisseure Österreichs. Aber auch abseits der großen Kinoleinwand versteht er es, das Publikum zu unterhalten und arbeitet an legendären Klassikern wie dem "Kaisermühlen Blues", "MA 2412" oder zuletzt an den "Vorstadtweibern".

Am kommenden Montag feiert Harald Sicheritz seinen 60. Geburtstag. Der ORF gratuliert dem mehrfach ausgezeichneten Regisseur und Drehbuchautor mit einem Programmschwerpunkt.

Bereits am Samstag gibt es ein Wiedersehen mit Robert Brenneis (Alfred Dorfer), der sich in der Komödie "Freispiel" (Sa., 22.15 Uhr, ORFeins) eine ausgewachsene Midlife Crisis leistet, die ihn aus seiner bürgerlichen Existenz ausbrechen lässt und ihn zu einer wilden Nacht mit seinem Freund Roland Pokorny (Lukas Resetarits) verleitet.

Gleich im Anschluss folgt mit "MA 2412 - Die Staatsdiener" (Sa., 23.45 Uhr, ORF eins) der Kinofilm der gleichnamigen erfolgreichen Serie über die dunklen Machenschaften und der fehlenden Arbeitsmoral in einer fiktiven Wiener Magistratsabteilung. Top besetzt mit Alfred Dorfer, Roland Düringer, Andreas Vitásek, Erwin Steinhauer, Fritz Muliar, Karl Ferdinand Kratzl, Karl Künstler, Monica Weinzettl und Wolfgang Böck. Tags darauf zeigt der ORF den für den Adolf-Grimme-Preis nominierten Austro-"Tatort - Ausgelöscht" (So., 20.15 Uhr, ORF2), bei dem Sicheritz Regie führte. Darin suchen Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) nach den Chefs einer wohlorganisierten Verbrecherachse zwischen Österreich und Bulgarien.

Am Montag erzählt Sicheritz in einer neuen "Thema"-Ausgabe (Mo., 21.10 Uhr, ORF2) beim Besuch in seinem Haus in Niederösterreich von den Höhen und Tiefen seines bisherigen Lebens und wirft einen Blick auf künftige Projekte. Eine Fortsetzung findet der Schwerpunkt dann am kommenden Wochenende auf ORFIII. Gezeigt wird der Film "Fink fährt ab" (So., 1. Juli, 18.45 Uhr, ORFIII), in dem Bankräuber Schellack (Reinhard Nowak) während eines großen Coups von seinem Partner im Stich gelassen wird und kurzerhand den Fahrschüler Fink (Andreas Vitásek) samt Auto als Geisel nimmt.

Ein Ende des Schwerpunkts bildet im Anschluss der Film "Wanted" (So., 1. Juli, 20.15 Uhr, ORFIII). Er bietet einen komischen, zynischen, aber auch philosophischen Blick in die Psyche des Unfallchirurgen Thomas Reiter (Alfred Dorfer), der sich freiwillig in eine Anstalt einweisen lässt, um sich seinem Alltag nicht mehr stellen zu müssen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-22 16:52:35
Letzte Änderung am 2018-06-22 16:53:25


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