• vom 12.07.2018, 12:30 Uhr

Medien

Update: 12.07.2018, 15:39 Uhr

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Von Ratten und Pumas




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  • Zwei grafische Inszenierungen der Regierung beschäftigen das Netz - und die Politik.

Links: Doppeldeutige Briefmarke mit geografischen Mängeln. Rechts: die korrigierte Version. - © Österreichische Post AG/WZ

Links: Doppeldeutige Briefmarke mit geografischen Mängeln. Rechts: die korrigierte Version. © Österreichische Post AG/WZ

Wien. (jubel) Politik ist immer auch Inszenierung - über vielfältige Medien und Darstellungsformen. Zwei noch recht junge grafische Repräsentanten der österreichischen Bundesregierung sorgen derzeit für medialen Wirbel - bis hin zur Häme: eine Briefmarke und ein Polizei-Abzeichen.

Dass es zur EU-Ratspräsidentschaft eine Sonderbriefmarke geben würde, kam nicht nur für Philatelisten wenig überraschend. Seit Anfang Juli ist sie erhältlich und sorgt seither für Diskussionen. "EU" und "RATS" steht da in den ersten beiden Zeilen der blauen 135Cent-Marke, darunter klein "Präsidentschaft". Des Englischen mächtige Betrachter denken dabei weniger an den weisen Rat als an nächtlich durch die Stadt streunende Nager und lesen "EU Ratten". Die Marke sorgt jedoch nicht nur auf den Sozialen Medien für Schmunzeln, sie hätte beinahe auch für diplomatische Verstrickungen gesorgt. Im "Album", dem offiziellen Philateliemagazin der Post, wird die Marke in der Juni-Ausgabe stolz beworben. Bei genauem Betrachten fällt auf, dass bei der Abbildung der Mitgliedstaaten auf zwei vergessen wurde: Kroatien und Malta. Auch als Pressefoto ging diese Version hinaus. In Druck gegangen sei dieser Entwurf nie, versichert die Post. Digital ist der (Beinahe)Fauxpas freilich im Umlauf.


Parlamentarische Anfrage
Turbulenzen gibt es auch um ein Logo: das der neuen Polizeispezialeinheit Puma. Deren Abzeichen schmückt naheliegenderweise die namensgebende Wildkatze. Wie ebendiese dahin kam, wirft jedoch Fragen auf. Laut "Standard"-Recherchen gibt das Innenministerium nicht bekannt, wer das Logo entworfen oder welche Kosten dabei angefallen seien. Im Raum stehe die direkte Vergabe an eine FPÖ-nahe Agentur und damit die Umgehung einer Ausschreibung. Nicht nur habe der gleichnamige Sportartikelhersteller angekündigt, eine etwaige Verletzung des Markenrechts zu prüfen, die Liste Pilz und die SPÖ haben unterdessen eine parlamentarische Anfrage angekündigt.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-12 12:37:56
Letzte Änderung am 2018-07-12 15:39:39


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