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Update: 04.08.2018, 15:01 Uhr

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Wenn der Roboter telefoniert




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Von Adrian Lobe

  • Roboter spammen Handys mit automatisierten Werbeanrufen zu, sie können aber auch konstruktive Aufgaben erfüllen.

Der Roboter als verspielter Torjäger. Aber er kann heute noch viel mehr.

Der Roboter als verspielter Torjäger. Aber er kann heute noch viel mehr.© NurPhoto/Krystian Dobuszynski Der Roboter als verspielter Torjäger. Aber er kann heute noch viel mehr.© NurPhoto/Krystian Dobuszynski

Wien. Als Benjamin Thornton 1930 ein Patent auf den Prototypen des Anrufbeantworters anmeldete, eine Maschine, die eingehende Anrufe phonographisch aufzeichnet, konnte er noch nicht ahnen, dass dereinst Roboter die Leitungen belegen würden. Mittlerweile sitzen nicht mehr nur Menschen in Callcentern, die Telefonlisten abtelefonieren, sondern auch Roboter. Die Maschinen operieren kühl, werden nicht müde und lassen nicht locker. Solche "Robocalls", automatisierte Anrufe, sind inzwischen ein ernsthaftes Problem.

Laut der Analysefirma YouMail wurden in den USA allein im April 3,4 Milliarden automatisierte Werbeanrufe registriert. Das Telefon klingelt, und auf der anderen Seite meldet sich eine Stimme, die vom Band abläuft: "Hi, Josh hier. Sie wurden vorausgewählt, einen Urlaub zu bekommen." In anderen Fällen teilt eine Computerstimme dem verdutzten Anrufer mit, dass die Steuerfahndung gegen ihn ermittelt. Das ist nicht nur nervig und ärgerlich, sondern auch wirtschaftsschädigend. Laut der Verbraucherschutzorganisation Consumers Union verursachten Robocalls 2016 einen Schaden in Höhe von 350 Millionen Dollar.


Eigentlich wurde das Smartphone erfunden, um die Kommunikation zu erleichtern und Transaktionskosten zu senken. Doch wenn unerbittliche Telemarketing-Roboter Handys mit Spam zumüllen, könnte sich dieses kommunikative Versprechen in Wohlgefallen auflösen. Manche sprechen gar von einer "robocal(l)ypse", einer Roboterapokalypse.

Internetkonzerne versuchen nun gegenzulenken - und die Roboter mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Google arbeitet an einem Bot, der automatisch Kurznachrichten beantwortet und den Nutzer von dem vermeintlichen Zwang, auf Push-up-Nachrichten zu antworten, befreit. Man muss Nachrichten gar nicht mehr beantworten, sondern delegiert die Aufgabe an einen Roboter. Wenn der Adressat die automatisch generierte Nachricht "Sorry, kann gerade nicht" erhält, weiß er vermutlich gar nicht, dass diese von einem Computerprogramm verfasst wurde. Auf diese Weise ließe sich auch ein nerviger Robocaller abwimmeln.

Automatische Bestellung
Google hat kürzlich einen Roboterassistenten namens "Duplex" präsentiert, der autonom Telefongespräche führen und Termine vereinbaren kann. Das Verblüffende: Der Roboter hört sich am Telefon wie ein Mensch an. Der virtuelle Assistent ist so programmiert, dass er Verlegenheitslaute wie "ähm" oder "hm" in das Gespräch einstreut und Kunstpausen (besser gesagt: künstliche Pausen) einlegt, um menschlicher zu wirken. In einer Demonstration ist zu hören, wie die menschliche klingende Künstliche Intelligenz am Telefon einen Friseurtermin ausmacht. "Haben Sie irgendetwas zwischen 10 und 12 Uhr?", fragt der Bot. Daraufhin antwortet die Dame im Friseursalon: "Was hätten Sie denn gerne?" Darauf der Bot: "Nur einen Frauenhaarschnitt." "Okay, wir haben etwas um 10 Uhr", bietet die Friseurin an. Der Bot bestätigt den Termin - als eine Art Stellvertreter des Menschen.

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Medien, Digital

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-03 15:05:24
Letzte Änderung am 2018-08-04 15:01:09


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