• vom 10.08.2018, 14:16 Uhr

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Update: 10.08.2018, 15:11 Uhr

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Science Faction statt Science Fiction




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Von Viktoria Klimpfinger

  • Arte macht den Samstag zum "galaktischen Thementag", in dem die Wirklichkeit der Fiktion um nichts nachsteht.

Schwarzes Loch mit Akkretionsscheibe und Jets (künstlerische Darstellung).

Schwarzes Loch mit Akkretionsscheibe und Jets (künstlerische Darstellung).© arte Schwarzes Loch mit Akkretionsscheibe und Jets (künstlerische Darstellung).© arte

Wann wird es endlich möglich sein, durch die Zeit zu reisen? Werden wir unsere Kriege wirklich irgendwann in den Weltraum auslagern? Und stecken wir alle vielleicht schon längst in der Matrix fest? Es hat schon seinen Grund, warum Science Fiction nicht totzukriegen ist. Und das sind nicht die pompösen Spezialeffekte oder die eigenartigen Kostüme. Sondern es ist das Spiel mit dem Fortschritt. Denn je mehr voranschreitet, desto mehr scheint möglich. Und in guten Science-Fiction-Streifen scheinen diese Möglichkeiten sogar wissenschaftlich argumentierbar - innerhalb des fiktionalen Szenarios.

Besonders hartnäckig wölbt sich die Gänsehaut aber, wenn der Fortschritt die Prophezeiungen der Fiktion erfüllt, wie etwa unsere heutigen Flachbildschirme und die ständige Angst vor Überwachung, die erstaunliche Ähnlichkeit mit George Orwells Teleschirmen in "1984" haben. So rasant, wie sich die Forschung seit Erscheinung des Buches 1949 weiterentwickelt hat, ist "Science Faction" mittlerweile also vielleicht sogar spannender als "Science Fiction". Gut, dass arte diesen Samstag (11. August) zum "Galaktischen Thementag" erklärt hat.


Ein physikalisches Phänomen, dessen Charakteristika zunächst klingen, als müssten sie erfunden sein, sind die Schwarzen Löcher: Ihre Dichte ist unendlich, sie sind unsichtbar und sie verschlingen alles um sich herum. Ihnen bloß einen Stofffetzen überzuwerfen, um ihre Konturen sichtbar zu machen wie bei H. G. Wells’ "Unsichtbarem", wäre hier also wenig zielführend. Doch langsam nähert sich die Wissenschaft dem Mysterium an. Die neuesten Forschungserkenntnisse lassen vermuten, dass Schwarze Löcher vielleicht sogar entscheidend an der Struktur unseres Universums beteiligt sind. Im Dokumentarfilm "Geheimnisvolle Schwarze Löcher" (Sa., 20.15 Uhr, arte) geht Astrophysikerin Janna Levin diesem Thema gemeinsam mit Wortspenden zahlreicher Spitzenforscher aus Astronomie und Physik an die Substanz. Und das vermutlich um einiges schlüssiger als der Sci-Fi-Film "Das schwarze Loch" aus dem Jahr 1979.

So manche zeitgenössische Entwicklung könnte vielleicht die zynische Vermutung nahelegen, dass die Realität die Fiktion mittlerweile sogar übertrumpft. Die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer "Space Force" etwa, um das All zu dominieren, mag zwar zunächst klingen, als würde das Weiße Haus seine Soldaten mit Laserschwertern ausstatten und endgültig auf die dunkle Seite der Macht wechseln. Ganz so unrealistisch ist ein verstärkter Personenverkehr im All aber erstaunlicherweise nicht, wie der französische Astronaut Thomas Pesquet in der Doku "Auf zum Mars!" (Sa., 22.05 Uhr, Arte) zeigt. Gut sechseinhalb Monate hat er gemeinsam mit anderen Raumfahrern an Board der Internationalen Raumstation 400 Kilometer von der Erde entfernt verbracht. Dort erforschten sie, wie es der Menschheit möglich sein wird, weiter entfernte Planeten wie Jupiter oder Saturn zu erobern und im All zu überleben.

Bei einem Sendeplan, der von Kometen (11.45 Uhr) über die Entstehung der Sterne (14.15 Uhr) bis hin zur Dunklen Materie (15.10 Uhr) an Themen alles auffährt, was wahrscheinlich früher oder später auch in einem Brainstorming in den Lucas-Studios fallen würde, dürfen natürlich auch Außerirdische nicht fehlen. Bereits am Nachmittag begibt sich die Doku "Aliens: Sind wir allein im Universum?" (Sa., 16.05 Uhr, arte) auf die Spur von möglichem außerirdischen Leben in unserer Galaxie. Mit "Neutrinos" (Sa., 23.45 Uhr, arte) endet der galaktische Fernsehtag sogar mit Außergalaktischem. Die hochenergetischen Neutrinos sind Teil der kosmischen Strahlung, der die Erdatmosphäre konstant ausgesetzt ist. Woher sie genau kommen, weiß man nicht. Internationale Wissenschafter wollen sie nun am Südpol mittels Detektoren dingfest machen.

Die Forschung hat also allerhand zu bieten, was man kaum besser erfinden könnte. Seien es Schwarze Löcher, die alles um sich herum vernichten, mysteriöse Teilchen, die aus dem unendlichen All auf uns herniederprasseln, oder die Aussiedelung der Menschheit auf weit entfernte Planeten - an diesem Samstag übertrumpft die Realität die Fiktion tatsächlich um Lichtschwert-Längen.




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Medien, Fernsehen

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-10 14:26:30
Letzte Änderung am 2018-08-10 15:11:03


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