Phnom Penh. Zwei der Spionage verdächtigte kambodschhanische Journalisten wurden am Dienstag gegen Kaution freigelassen. Uon Chhin and Yeang Sothearin sind Mitarbeiter des in Washington, D.C. ansässigen Radio Free Asia (RFA). Sie befanden sich seit November in Untersuchungshaft. Neben Spionage wird ihnen die Produktion von Pornographie vorgeworfen. Beide bestreiten die Vorwürfe und bezeichnen sie als politisch motiviert.

Die kambodschanische Regierung wirft RFA eine einseitige Berichterstattung im Sinn der Opposition vor. Der Sender musste den Betrieb ebenso einstellen wie die oppositionelle Tageszeitung Cambodia Daily, die zuletzt im Herbst 2017 erschien.

Die Freilassung der Journalisten erfolgt nachdem die kambodschanische Volkspartei (CPP) von Premierminister Hun Sen bei einer Wahlfarce alle Sitze erringen konnte. Hun Sen bleibt damit auch nach 33 Jahren an der Macht. Die wichtigste Oppositionspartei CNRP, die 2013 noch 55 von 123 Sitzen erhielt, war freilich zuvor aufgelöst worden. Ihre Führer sind im Gefängnis oder im Exil.

Die Freilassung der Journalisten sehen Beobachter wie Chak Sopheap vom Cambodian Center for Human Rights als Versuch, das Image der Regierung nach der Wahlfarce zu verbessern. In den vergangenen Tagen wurden mehrere prominente Oppositionelle wie der Politologe Kim Sok freigelassen. Gestern begnadigte König Norodom Sihamoni die Landrechtsaktivistin Tep Vanny und drei ihrer Mitstreiterinnen. Aufrufe zur Freilassung des CNRP-Vorsitzenden Kem Sokha wies ein Sprecher der Regierung zurück.