Wien. Die Geschäftsführung der "Wiener Zeitung" wird aus dem Haus besetzt: Martin Fleischhacker (42) wird ab 1. September die Geschicke des Unternehmens leiten. "Ich freue mich auf die Herausforderungen, die auf mich zukommen und bin zuversichtlich, dass es eine positive Zukunft der "Wiener Zeitung" geben wird", sagt Fleischhacker, dessen Funktionsperiode drei Jahre läuft. Nun werde es eine Reihe von Gesprächen geben. "Auf Basis der strategischen Überlegungen haben wir viele innovative Konzepte entwickelt, die nun mit dem Eigentümer abzustimmen sind."

Der scheidende Geschäftsführer Wolfgang Riedler freut sich, dass er die Verantwortung in gute Hände legen kann. "Martin Fleischhacker kennt das Unternehmen und die Herausforderungen für die ‚Wiener Zeitung‘ sehr gut, er hat schon bisher führend an der Entwicklung unserer strategischen Überlegungen mitgearbeitet", sagt Riedler.

Zehn Bewerber hatte es für den Job gegeben. Der explizite Auftrag ist es, die "Wiener Zeitung" zu verändern. Sie muss strategisch neu aufgestellt werden, da die ÖVP-FPÖ-Koalition die Pflichtveröffentlichungen von Firmen und die staatlichen Verlautbarungspflichten im Amtsblatt abschaffen will. "Erfahrung in der Restrukturierung und Neuorganisation" sowie "Erfahrung im Bereich der Unternehmensplanung in Hinblick auf digitale Geschäftsmodelle" waren demnach auch in der Ausschreibung gefragt.

Neue innovative Geschäftsmodelle notwendig

Für das Auswahlverfahren wurde eine Kommission eingesetzt, begleitet wurde es vom Consulter Korn Ferry International. Fleischhacker hat sich "als der am besten geeignete Kandidat" durchgesetzt und tritt seine neue Funktion mit 1. September an. "Für die neue Geschäftsführung gilt es nun, neue innovative Geschäftsmodelle für den Entfall von Einnahmen aus Pflichtveröffentlichungen zu finden, die tatsächlich eine nachhaltige Geschäftsgrundlage für die Zukunft des Unternehmens darstellen", gab ihm Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) mit auf den Weg. Zugleich bedankte er sich beim Aufsichtsrats-Vorsitzenden Frank Hensel, "dass er seine langjährige Managementerfahrung und umfangreiche Expertise in den Weiterentwicklungsprozess und die strategische Ausrichtung dieses Unternehmens einbringt".

Fleischhacker (geboren am 21. November 1975) hat in der "Wiener Zeitung" seit 2002 unterschiedliche Positionen bekleidet und zuletzt die Leitung des Controllings, dann die Funktion des CIO (Chief Information Officer) übernommen. Er habe "sämtliche aufbau- und ablauforganisatorische Veränderungen im Unternehmen mitgestaltet", erklärt das Bundeskanzleramt, und sei auch mit der Entwicklung und Umsetzung neuer - digitaler - Produkte befasst gewesen. Digitale Produktentwicklung sei neben der "Steuerung laufender Strategieprozesse" überhaupt einer seiner Schwerpunkte gewesen. Fleischhacker war früher Landesgeschäftsführer des Seniorenbunds und Obmann der Jungen ÖVP Burgenland. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.