Linz. Das Ars Electronica Festival 2018 - "Error - the Art of Imperfection" - findet von 6. bis 10. September in Linz statt. Neben Fragen nach sozialer Intelligenz als Korrektiv zur Technikhörigkeit bringt es einen Entschleunigungsort am Dach der PostCity. Das 2014 stillgelegte Postverteilzentrum ist zum vierten Mal Nabel des Medienkunstgeschehens.

Insgesamt 100.000 Quadratmeter messen die Räumlichkeiten am Hauptbahnhof. Sie sind nach wie vor im Besitz der Post, die über die weitere Nutzung Gespräche führt und auf Widmungen wartet. Eine Zwischennutzung wie mit dem Medienkunstfestival sei sehr willkommen, hieß es aus der Presseabteilung. Dieses will heuer "alles" bespielen.

Pin-ups und orange Roboter

Alle Katakomben sind belebt, sei es mit Projekten oder durch die Gallery Spaces mit digitaler Kunst - nun erklimmt man das Dach. Der Weg beginnt auf der früheren Codierebene mit Prototypen internationaler Forschungs- und Designteams, führt vorbei an Postrutschen und Förderbändern - kleine Bilder von leicht bekleideten Damen zeugen von früheren Zeiten. Das lasse man bewusst stehen, sagt Festivalleiter Martin Honzik. "Wir sind kein White Cube, es gibt ein großes Verbot, etwas runterzunehmen." So entdeckt man kleine Wandkritzeleien, Aufkleber und andere Relikte.

In der großen Rutschenhalle stand jede der blitzblauen, gewundenen Paketrutschen für eine Postleitzahl in Oberösterreich und diente zum Sortieren der Post - die Ars Electronica verwandelte sie in ein Instrumentarium für Musik und Performances, heuer soll in dem Raum eine Feuerwehr-Challenge stattfinden. Daneben in der über 200 Meter langen Gleishalle ist bereits ein Roboter in Orange am Werk, er unterstützt das Bruckner Orchester bei der Großen Konzertnacht.