• vom 03.09.2018, 16:43 Uhr

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Update: 03.09.2018, 17:53 Uhr

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"ZiB2"-Ausweitung wackelt und könnte Quoten kosten




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Von Bernhard Baumgartner

  • Die Umgestaltung und Ausweitung der ORF-Nachrichten gestaltet sich schwierig - eine Analyse.

Gräbt eine angekündigte neue News-Show auf ORFeins der "ZiB2" und Moderator Armin Wolf das Wasser ab? - © orf

Gräbt eine angekündigte neue News-Show auf ORFeins der "ZiB2" und Moderator Armin Wolf das Wasser ab? © orf

Wien. Die Ausweitung und Umgestaltung der ORF-Nachrichtensendungen, wie zuletzt angekündigt, dürfte auf Probleme stoßen. So ist aus dem ORF zu hören, dass die "Zeit im Bild 2" nun doch nicht auf das gesamte Wochenende ausgeweitet werden soll, sondern nur am Sonntag kommen wird. Der Samstag soll vom Tisch sein, versichern mit der Materie vertraute Personen. Und auch am Sonntag sprechen Quoten-Überlegungen eigentlich gegen eine "ZiB2". Denn den gelernten Sendeplatz um 22 Uhr, nach dem "Tatort" und den Kurznachrichten, hat traditionell der große wöchentliche ORF-Talk "Im Zentrum".

Letzterer habe in den vergangenen zwei Jahren unter der Moderation von Claudia Reiterer seine Quoten um rund 20 Prozent verbessert. Bei einer Verschiebung auf den späteren Sendetermin von 22.30 Uhr drohen deutliche Quotenverluste. Das könnte die Sendung auch für hochrangige Gäste weniger attraktiv machen.


Im Gespräch war auch die Einführung einer zweiten Talkshow unter der Woche. Dem Vernehmen nach wäre eine Idee, Claudia Reiterer diese Sendung zu überlassen, während die Moderation des Sonntags zu Hans Bürger wechselt. Doch diese Variante scheint Beobachtern zuletzt wieder weniger wahrscheinlich: Die von Bürger und Nadja Bernhard moderierten "Sommergespräche" (am Montag war SP-Chef Christian Kern an der Reihe) stießen auf erhebliche Akzeptanzprobleme, nicht nur beim Publikum, sondern auch intern. Die Kritik an der Sendung soll so einhellig gewesen sein, dass sogar die Generaldirektion die Notbremse zog und abseits des Schirms Schlüsselkräfte ausgetauscht worden sein sollen. Fakt ist: Die Marktanteile der Sendungen lagen teils deutlich unter denen des Vorjahres. In Summe können diese "Sommergespräche" daher wohl eher nicht als Empfehlung für eventuelle Änderungen der Moderation von "Im Zentrum" gewertet werden.

Verlegung des Hauptabends?
Wenig bis gar nichts mehr zu hören ist zuletzt von der durch den Generaldirektor in seiner Bewerbung angekündigten "News-Show" um 21 Uhr auf ORFeins. Im vergangenen Herbst soll dazu eine Arbeitsgruppe getagt haben, bisher offenbar, ohne Sendungsreife erlangt zu haben. Möglicherweise sprechen programmplanerische Überlegungen dagegen. Der Sendeplatz 21 Uhr wäre nur unter zwei Prämissen durchzuhalten: Entweder man verzichtet unter der Woche gänzlich auf Spielfilme (diese enden ja nicht nach 45 Minuten) oder man verlegt den Start des Hauptabends auf 19 Uhr. Letzteres wäre gegen jede Usance im deutschsprachigen TV-Markt, der seit Jahrzehnten um 20.15 den Hauptabend beginnt.

Zudem würde die Show mit Sicherheit der "Zeit im Bild 2" ins Gehege kommen. Zu hören war etwa von Überlegungen, dass die großen Interviews dann nicht mehr in der "ZiB2", sondern schon um 21 Uhr auf ORFeins laufen könnten. Das wäre sicher aus leicht nachvollziehbaren Gründen eine gute Nachricht für die Politik: Wer ginge noch um 22 Uhr in die "ZiB2", wenn man nicht nur früher auf dem Schirm sein kann, sondern auch gleich Armin Wolf als Interviewer umgehen könnte?




Schlagwörter

Medien, Fernsehen, ORF, Analyse

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-03 16:54:01
Letzte Änderung am 2018-09-03 17:53:56


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