Vermisst: der Sänger Daniel Kaiser-Küblböck. - © dpa/Erichsen
Vermisst: der Sänger Daniel Kaiser-Küblböck. - © dpa/Erichsen

Halifax. Die Suche nach dem in den Atlantik gestürzten Popsänger Daniel Kaiser-Küblböck ist nach gut einem Tag eingestellt worden. Die Schiffe in dem Seegebiet vor Kanada würden aber informiert und hielten weiterhin Ausschau, hieß es in einer Mitteilung auf der Website des früheren Fernsehstars.

Der 33-Jährige war nach Angaben des Anbieters Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York am Sonntag in der Labrador See, etwa 185 Kilometer nördlich von St. John’s/Neufundland, über Bord gegangen.

Die Wassertemperatur beträgt dort nur etwa 10,5 Grad. Ohne Hilfe liegt die Überlebenschance bei nur wenigen Stunden. Der Kreuzfahrt-Veranstalter äußerte schon am Sonntag die begründete Annahme, dass der privat an Bord befindliche Kaiser-Küblböck absichtlich gesprungen sei.

Die zuletzt von Kaiser-Küblböck besuchte Berliner Schauspielschule wies am Montag Mobbing-Vorwürfe zurück. "Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück", hieß es in einer Erklärung der ETI Schauspielschule Berlin des Vereins Europäisches Theaterinstitut. Im Internet kursiert ein angeblich von Küblböck verfasster Netz-Eintrag, in dem von monatelangem Mobbing an der Schule die Rede ist und einer Dozentin vorgeworfen wird, nichts dagegen getan zu haben.

Kaiser-Küblböck, geboren im bayerischen Hutthurm, wurde 2002/03 bekannt, als er an der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" teilnahm. Mit seiner einprägsamen, quietschigen Stimme erntete er viel Spott, erzielte aber auch eine beachtliche Popularität, die ihm den dritten Platz einbrachte. Dem Reality-Fernsehen blieb er auch treu, als er ins Dschungelcamp von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" zog und vom Publikum wiederholt mit Ekelprüfungen wie dem "Kakerlakensarg" "bestraft" wurde. Seinen jüngsten TV-Auftritt hatte er in der Tanz-Show "Let‘s dance". Zuletzt lebte der 33-Jährige in Berlin und Palma de Mallorca.