• vom 05.10.2018, 16:38 Uhr

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Update: 05.10.2018, 16:54 Uhr

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ORF lagert seine Tagesschiene aus: Protest in der Redaktion




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Von Bernhard Baumgartner

  • Nachmittagssendungen und das Magazin "Konkret" werden künftig bei Interspot produziert.

- © apa/Herbert Neubauer

© apa/Herbert Neubauer

Wien. Die Nachmittagsschiene im ORF steht offenbar vor einem größeren Umbau, der auch zu einer Auslagerung großer Teile der Sendungen führen wird. Wie die "Wiener Zeitung" erfuhr, werden sowohl der Nachmittag ("Daheim in Österreich", "Aktuell in Österreich") als auch das Service-Magazin "Konkret" künftig nicht vom ORF, sondern in Studios der Firma Interspot produziert werden. Das wurde den Mitarbeitern ORF-intern bereits mitgeteilt. Das mobile Studio ist somit - zumindest untertags - passé. Am Morgen für "Guten Morgen Österreich" dürfte der Studio-Bus jedoch noch erhalten bleiben.

Die Ausgliederung wird das gesamte technische Personal sowie Schnitt, Regie, Maske und Moderation betreffen. Die Sendungen werden in den Studios der Firma Interspot in Liesing produziert. Die Redaktion und die Redakteure werden jedoch nach wie vor beim ORF verbleiben. Allerdings war Intersport auch schon bisher mit dem Zuliefern von Beiträgen beauftrag. Ein Umstand, der für Unmut in der ORF-Redaktion sorgt. "Wir fragen uns, warum man so viel in die Hand einer Firma legt. Da ist es dann nur mehr ein kleiner Schritt, die Sendung auch redaktionell auszulagern", befürchtet ein Mitarbeiter.


Gebühren-Rechtfertigung
Auch in der "Konkret"-Redaktion ist man empört und hat einstimmig eine Resolution verfasst, da erstmals ein tägliches ORF-Magazin ausgelagert wird. Die Mitarbeiter sehen dadurch eine Schwächung der Kernkompetenz des ORF. Die Magazine seien "zu 100 Prozent Teil des öffentlich-rechtlichen Auftrages" und rechtfertigen auch die Rundfunkgebühren", heißt es in der Resolution.

Die Umstellung der Daytime- Schiene im Vorjahr hat den ORF massiv Marktanteile gekostet - Insider sprechen von einem Einbruch von einem guten Drittel der Marktanteile. Das ist besonders folgenreich, da die Schiene zwischen 17.05 und 19 Uhr den Vorlauf zur quotenstärksten Sendung des ORF bildet: "Bundesland heute" um 19 Uhr. Es ist für die hohen Quoten dieser Sendung essenziell, dass das Publikum schon in ordentlichen Zahlen vom Vorprogramm kommt.

Die Auslagerung des Service-Magazins "Konkret" hängt auch mit dem Neubau im ORF zusammen. Alle Magazine waren bisher im Studio 5 in der Vorbauhalle untergebracht, mussten nun jedoch dem Umbau Platz machen. Während man für die wöchentlichen Formate "Thema", "Weltjournal" und "Report" ein Provisorium im sogenannten Apfelgarten geschaffen hat, ging sich das für das tägliche "Konkret" aus Kostengründen nicht aus. "Dass der ORF nicht einmal mehr ein Studio für seine Magazine hat, ist eine Schande", sagt ein ORF-Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte.

Die Diskussion über mögliche Ausgliederungen ist nicht neu. Vor allem Produktionskapazitäten wurden immer wieder ausgelagert. Dass Sendungen im Unterhaltungsbereich zur Gänze von Produktionsfirmen zugeliefert werden (beispielsweise die Comedy "Willkommen Österreich"), ist völlig normal. Dass nun jedoch erstmals auch Produktionen im Kerngeschäft nicht mehr selbst produziert werden, wird von vielen Mitarbeitern auch dann als Tabubruch gesehen, wenn die Redaktion im ORF verbleibt. Pikant ist, dass der neue Channel Manager von ORF2, Alexander Hofer, selbst als Redaktionsleiter beim Gesellschaftsmagazine "Seitenblicke" lange Zeit sein Büro bei Interspot hatte und damit über exzellente Kontakte verfügt. Beim ORF wollte man dazu nicht Stellung nehmen.




Schlagwörter

Medien, ORF

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Dokument erstellt am 2018-10-05 16:48:33
Letzte Änderung am 2018-10-05 16:54:38


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