• vom 23.01.2014, 12:24 Uhr

Medien

Update: 23.01.2014, 14:06 Uhr

Akademikerball

Platzverbot für Journalisten




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Massive Kritik der Protest-Organisatoren an der Polizei.

Wien. Die Teil-Sperre der Wiener Innenstadt hat auch für Journalisten Konsequenzen: Sie dürfen am Freitag nur unter Polizeiaufsicht in die Sperrzone, und auch das nur zeitlich begrenzt und wenn sie für die Berichterstattung für den Akademikerball akkreditiert sind.

Die Journalistengewerkschaft sieht darin eine Zensur-Maßnahme: "Die freie Berichterstattung über politisch relevante Ereignisse zählt zu den wichtigsten Aufgaben des Journalismus. Wenn Kolleginnen und Kollegen dies verwehrt wird, dann ist das ein Anschlag auf die Pressefreiheit. Das erinnert an Zustände, wie sie derzeit in der Ukraine herrschen", kritisiert Franz C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp, die Maßnahme der Wiener Polizei.


Die Journalistengewerkschaft fordert die Verantwortlichen auf, das Verbot zurückzunehmen und die Arbeit der Medien nicht zu behindern, indem InhaberInnen gültiger Presseausweise von diesem Platzverbot ausgenommen werden. Auch der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) dringt darauf, "eine freie und unabhängige Berichterstattung" zu ermöglichen.

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) forderte, dass die Hofburg künftig nicht mehr für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt werde: "Die Hofburg-Betriebsgesellschaft täte gut daran, den Ball als das zu behandeln, was er ist: Ein Vernetzungstreffen für Rechtsextreme an einem der symbolträchtigsten Orte der Republik", so Mailath-Pokorny in seiner Funktion als Präsident des Bundes sozialdemokratischer AkademikerInnen (BSA) in einer Aussendung. Dass die FPÖ "auch nach massivem öffentlichen Gegenwind fortfährt, einen Ball zu veranstalten, für dessen Titel sie alle AkademikerInnen vereinnahmt", sei "anmaßend und zynisch".

Protest-Organisatoren kritisieren Polizei

Auch das Bündnis "Jetzt Zeichen setzen!" hat am Donnerstag scharfe Kritik am weitläufigen Platzverbot rund um die Wiener Hofburg anlässlich des "Akademikerballs" am Freitag geübt - sowie an der damit einhergehenden polizeiliche Untersagung der vom Bündnis geplanten Kundgebung. Die von den Behörden angebotenen Alternativ-Orte für eine Versammlung lehnten die Organisatoren wegen Sicherheitsbedenken ab.

Die Vertreter von "Jetzt Zeichen setzen!" präsentierten bei einer Pressekonferenz am Donnerstag den von der Wiener Polizei erlassenen Bescheid, wonach die für Freitag angezeigte Versammlung mit dem Titel "Kein Europa dem Rechtsextremismus" am Heldenplatz untersagt wird. Begründet wird dies damit, dass das Platzverbot (das aufgrund der zu erwartenden Proteste gegen den von der Wiener FPÖ veranstalteten Akademikerball erlassen worden ist) den gesamten Heldenplatz umfasse - und die Versammlungsteilnehmer von diesem Verbot nicht ausgenommen seien.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Akademikerball, Polizei, Zensur

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-01-23 12:25:12
Letzte Änderung am 2014-01-23 14:06:56


Popkultur

Der Krampus als Anti-Held in Comics

Vom Alpenschreck zum Übersee-Schurken: der Krampus in US- Comics. - © Imago Comics Schon längere Zeit ist die furchteinflößende Gestalt des Krampus, des finsteren Begleiters des Heiligen Nikolaus im Alpenraum, Teil der US-Popkultur... weiter




Zeichentrick

Der "Vater" von SpongeBob Schwammkopf ist tot

FILES-US-ENTERTAINMENT-TELEVISION-SPONGEBOB-HILLENBURG - © AFP New York. Der Erfinder der beliebten Zeichentrickserie "SpongeBob Schwammkopf", Stephen Hillenburg, ist tot. Er starb am Montag im Alter von 57 Jahren... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Andreas Gabalier: Im Rausch der Zeit
  2. b + s
  3. Harald Schmidt, Michael Niavarani und ihre Prostata
  4. Ein fast perfekter Mord
  5. Die neue Einstimmigkeit
Meistkommentiert
  1. Andreas Gabalier: Im Rausch der Zeit
  2. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  3. Die neue Einstimmigkeit
  4. ORF teilt TV-Sender gesellschaftlichen Gruppen zu
  5. Posthume Resterampe


Quiz


Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker.

Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk. Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.


Werbung