(ml) Der Erste Weltkrieg veränderte die Welt nachhaltig. Das betraf die Politik, Geografie und auch die deutsche Sprache. Das belegt Matthias Heine in "Letzter Schultag in Kaiser Wilhelmsland" anschaulich und mit vielen Sprach-Beispielen.

Bis 1914 war Deutsch eine expandierende Sprache. In die Kolonien in Afrika, China und im Südwestpazifik brachten Soldaten und Beamte ihre Sprache mit. Dominant war das Deutsche ebenso in den USA oder Kanada, wohin viele Deutsche auswanderten, aber auch in der Wissenschaft. Doch mit dem Ende des Krieges begann eine weltweite "Rückbennungs- und Umbennungswelle". Hunderte mit deutschen Namen belegte Flüsse, Orte oder Berge wurden allein in Australien umgetauft. Selbst das als "Berliner" bekannte Gebäck wurde während des Ersten Weltkriegs in "Kitchener Bun" umbenannt und heißt noch heute so. In den USA wurde aus "Frankfurter" der "Hot dog".

Heine widmet sich nicht minder den politischen Veränderungen in Deutschland sowie den sprachlichen Konsequenzen im Vorfeld des Krieges wie beispielsweise das 1912 eröffnete "Café Piccadilly", das ab 1914 "Kaffee Vaterland" hieß. Darüber hinaus belegt er anhand von gebräuchlichen Redewendungen wie "Einen Zahn zulegen", das diese aus dem Militärischen dieser Zeit stammen.

Sein Buch bezeichnet Matthias Heine als Versuch, hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg die Auswirkungen auf die deutsche Sprache zusammenzufassen. Das gelingt ihm umfassend und vielfältig.